Medienevent Bremen

Das Ruder 2020 in der Corona-Edition

„Einmal hier in die Liste eintragen bitte. Desinfektionsspender finden Sie auf Ihrer linken Seite.“ Schon beim Betreten des Saals der Union Brauerei wurde deutlich, dass diese Preisverleihung anders verlaufen würde, als die Jahre zuvor.
So mussten Uhrzeit erfasst, Unterschriften eingeholt und Kontaktdaten abgeglichen werden, noch bevor man überhaupt einen Fuß in den Saal gesetzt hatte. Dennoch gab es dafür viel Verständnis, da auch die Freude oblag, dass diese Veranstaltung überhaupt stattfinden konnte – wenn auch in einer kleineren Runde.

Nach den einführenden Worten der Direktorin der Bremischen Landesmedienanstalt, Frau Holsten, und der Bildungssenatorin, Dr Bogedan, kamen auch schon die GewinnerInnen aus dem letzten Jahr mit ihren Ergebnispräsentationen zu Wort. Endlich durften sie ihr fertiges Projekt vorstellen und gewährten den ZuschauerInnen durch mitgebrachte Filme und einem anschließenden Interview Einblicke in die Praxisarbeit.
Den Weg zur Bühne mussten dabei Lorenz Potthast, Nils Ohldebusch und Gisa Grodde mit Maske beschreiten. Den Applaus für das Ergebnis ihrer tollen Projekte „Jump n‘ Run – analog n‘ digital“, „Programmieren mit Lego-Wedo am I-Pad“ und „Erklär doch mal – Medien in der Kita leicht gemacht“ durften sie sich aber trotzdem abholen.

Auch wenn der Moderator Jens Schnieders keinen Preis gewann, ging für ihn ein Wunsch in Erfüllung. Ein Roboter, der von Grundschülern um Nils Ohldebusch gebaut und programmiert wurde, brachte ihm ein kaltes Bier auf die Bühne. Mit dem Bier in der einen und einem iPad in der anderen Hand spielte er das Jump n‘ Run Spiel, welches von einem letztjährigen Gewinnerteam entwickelt wurde, auf dem großen Beamer.

So glücklich wie Jens Schnieders an diesem Abend, schienen auch die GewinnerInnen aus diesem Jahr zu sein. Die mit ihren großartigen Ideen, wie dem Vertonen von Kunstwerken, kreativen Schreiben für das Netz, Videofilme zum Lockdown oder die Lösung von Alltagsproblemen mithilfe von 3-D-Druck, den Medienrat überzeugen konnten.

Den Preis durfte Maike Su vom Weserburg Museum für das Projekt „Hör mal! Mein (Kunst-)Werk als Podcast“ zwar nicht in die Hand gedrückt bekommen, dieser stand aber abholbereit auf einem Tisch auf der Bühne. Auch die Laudatorin Andrea Eck fand nur lobende Worte und Wertschätzung für das Projekt, in dem die Kunstwerke des Weserburg Museums praktisch von den Jugendlichen „interviewt“ werden sollen, damit sie daraus die potenziellen Geschichten, Gefühle und Fantasien ableiten und herauslesen können, welche anschließend ins Akustische übersetzten werden.
Als zweite glückliche Gewinnerin bat der Laudator Lars Gräßer vom Grimme Institut, Jana Köckeritz und Michaela Uhlemann-Lantow auf die Bühne. Diese wurden für ihr Projekt „Und plötzlich stand die Welt still. Suchtprävention in Zeiten von Corona“ ausgezeichnet. Dieses Projekt spiegelt den aktuellen Zeitgeist von Corona wieder, welcher auch die Veranstaltung „Das Ruder“ geprägt hat. Hier werden kleine künstlerische Videoformate mit den SpielerInnen der Wilden Bühne im Volkshaus produziert. Dabei stehen die Jugendlichen und ihre Erfahrungen in dieser Krisensituation im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Im Rahmen einer Videokonferenz werden die Videos anschließend einzelnen Schulklassen ab der 9. Klasse gezeigt.
Marco Bianchi vom Martinsclub Bremen e.V. wurde anschließend vom Chefredakteur der NordSeeZeitung laudiert. Sein Projekt „Kreatives Schreiben für das Internet – Medienkompetenz für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung!“ ist eine Kooperation mit der VHS und richtet sich an Menschen, die sich für kreatives Schreiben in Onlinemedien interessieren. Gleichzeitig werden Fachkräfte in sozialen Berufsfeldern angesprochen, welche verständliche und attraktive Texte im Onlinebereich schreiben wollen.
Nach vielen Mikrofon-Tüten-Wechseln, wurde zum ersten Mal der neu entstandene Publikumspreis von Frau Holsten übergeben. Der Sieger Peter Schwartz vom Institut für angewandte Medienforschung gewann dank der Online-Abstimmung mit seinem Projekt „Print your World“, in dem er mit Jugendlichen in die Welt des 3-D-Drucks eintaucht und zusammen mit ihnen eigene Projekte realisiert.
Dass sich manche Corona bedingte Änderungen auch für die zukünftigen Preisverleihungen bewährt haben, zeigt das diesjährige Gruppenbild auf der breiten Eingangstreppe. Auch das statt eines Buffet direkt am Tisch servierte Essen wurden erneut vielfach gelobt.
Alles in allem war es also eine wunderbare Veranstaltung. Wir danken allen Projekten, LaudatorInnen und Gästen für diesen großartigen und gelungenen Abend und sind auf die Projektverwirklichungen der Gewinner gespannt.

Mehr Infos  zu den einzelnen Gewinner-Projekten findet man hier: https://bremische-landesmedienanstalt.de/das-ruder-unsere-preistraegerinnen-2020

Text: Malte G.