Frühkindliche Bildung

Bei der frühkindlichen Bildung geht es um die Förderung der geistigen, kulturellen, moralischen und körperlichen Entwicklung von Kindern ab der Geburt bis ins Vorschulalter. Frühkindliche Bildung findet in unterschiedlichen institutionellen Formen statt, wie z.B. in Kinderkrippen, Kindergärten, Vorschulen, etc. Früh übt sich, wer ein Meister werden will. Darum ist das Thema Medienkompetenz auch schon bei den ganz Kleinen von Bedeutung.

Von anfänglicher Skepsis zu großer Begeisterung und fester Integration in den Alltag

Erfahrungsbericht zum Projekt "Medien-Kids 2" aus der Kita Sankt Willehad

Zu Beginn der Medien-Kids-Fortbildung waren wir uns nicht ganz sicher, wie wichtig diese Fortbildung für die Kinder und das Team einmal sein würde oder wie sehr es die ein oder andere alltägliche Aufgabe erleichtern könnte, denn es gibt ja auch noch die Meinungen der Eltern. Was würden sie dazu sagen, dass ihre Kinder hier sitzen und am Tablet „spielen“? Abgesehen davon stellten wir uns die Fragen: Wie sollen wir das Tablet in den Alltag integrieren, ohne dass die Kinder sich darüber streiten werden wer es, wann und wie lange nutzen darf? Können die Kleinen überhaupt schon damit umgehen?  Und was ist, wenn das Tablet mal herunterfällt? Welches Alter ist empfehlenswert für einen sachgemäßen Umgang mit dem Gerät? Was kann man mit Kindern am Tablet überhaupt so machen, außer Fotos und Videos bei YouTube und Google anzusehen? Es gab so viele Fragen, die wir uns stellten und noch mehr, die im Laufe der ersten Fortbildungsstunden aufkamen und noch kommen würden.

Wir hatten unser erstes Treffen und lernten einander kennen, kurz darauf kam es auch schon zur Übergabe des Tablets und der darauffolgenden gemeinsamen Einrichtung sowie Kennenlernphase zwischen Mensch und Tablet. So schlimm wie erwartet, war es gar nicht. Auch als Neuling und mit anfänglicher Skepsis, war die Bedienung des Tablets ziemlich einfach und sehr intuitiv, wenn erste Smartphone-Kenntnisse vorhanden sind.

Wir lernten kurz darauf auch schon den für uns prägendsten Satz:

„Ihr müsst das Tablet wie eine Art Werkzeug sehen, einen Hammer zum Beispiel. Bei falscher Nutzung zerstört ihr etwas, aber wenn ihr gelernt habt damit umzugehen, könnt ihr etwas Schönes erschaffen.“

Nach einer Art Grundausbildung, in der wir lernten, unser Gelerntes an die Kinder weiterzugeben, kam das Tablet auch schon bald in den praxisbezogenen Alltag. Der Tag, an dem wir den Kindern erklärten, dass wir jetzt ein Tablet haben, um damit gemeinsam Projekte durchzuführen und auch eine Menge Spaß haben werden, kam, wir setzten uns zusammen und stellten Regeln für die Arbeit am Gerät auf:

„Wir streiten nicht – Wir legen es zurück nachdem wir damit gearbeitet haben – Wir essen und trinken nicht, wenn wir am Tablet sind – Wir setzen uns zum Arbeiten hin oder stellen das Tablet in das Stativ oder in die Tablet-Halterung…“

Aber was heißt arbeiten am Tablet? Unsere Lieblingsapps dafür sind:

„PicCollage“: (Kostenlos im Appstore)

Damit erstellen die Kinder selbstständig ihre digitalen Portfolios, Geburtstags- oder Freundebilder, Collagen vom Ausflug in den Wald, Strand oder von der Kindergartenübernachtung und manchmal auch ganz einfache Quatschbilder.

„GreenScreen“: (Kostet ein paar Euro im Appstore)

Ein spontaner Ausflug auf den Laufsteg oder zu Besuch bei den Pandabären in Japan ist mit dieser App möglich. Alles was wir brauchen ist die App auf dem Tablet und ein glatter grüner Vorhang (Green Screen).

„Puppet Pals“: (Kostenlos im Appstore)

Diese App ist besonders gut zur Sprachförderung geeignet, da auch sprachfaule Kinder eine Riesenfreude an der App haben werden. Sie können vorgegebene Figuren (aber auch durch fotografieren und einfügen sich selbst und ihre Freunde) ähnlich wie in einem Comic bewegen und dazu eine eigene Geschichte erschaffen, erzählen und später auf dem Tablet ansehen.

„Movie Maker“: (bereits auf iPads installiert)

Diese App nutzen wir sehr oft und sehr gerne administrativ, um Videos zu erstellen, die auf bevorstehende Ereignisse und Ausflüge hinweisen und auch um bereits absolvierte Ausflüge zu einem Film zusammenzuschneiden, damit alle Kinder, Eltern und Kollegen sehen können, was hier so tagsüber passiert oder demnächst ansteht.

Fazit

Letztendlich können wir sagen, dass die Kinder super mit dem Tablet umgehen können und auch die Eltern dem gegenüber ziemlich positiv gestimmt sind.

Inzwischen haben wir im Eingangsbereich einen Bildschirm, auf dem wir die Fotos und Videos von aktuellen Ausflügen und Ereignissen laufen lassen und auch die Kinder, Eltern und Kollegen, die nicht dabei waren, können sehen wo wir waren und was wir erlebt haben. Alle sind gleichermaßen davon begeistert.

Autor*innen: Christian Gögg und Helena Wischnowski, Kita St. Willehad aus Bremerhaven