Frühkindliche Bildung

Bei der frühkindlichen Bildung geht es um die Förderung der geistigen, kulturellen, moralischen und körperlichen Entwicklung von Kindern ab der Geburt bis ins Vorschulalter. Frühkindliche Bildung findet in unterschiedlichen institutionellen Formen statt, wie z.B. in Kinderkrippen, Kindergärten, Vorschulen, etc. Früh übt sich, wer ein Meister werden will. Darum ist das Thema Medienkompetenz auch schon bei den ganz Kleinen von Bedeutung.

Mit Tablet und Kamera in der Kita

Erfahrungsbericht zum Projekt "Medien-Kids 2" aus dem Kinder- und Familienzentrum An der Höhpost

Unsere Kita zählt zu den Index-Einrichtungen im Bremer Süden, bestehend aus 80 Kindern im Elementarbereich und 34 Kindern im Hortbereich. 88 Prozent der Kinder sind aus unterschiedlichen Herkunftsländern. Aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse der Familien, ist es für uns eine Herausforderung die Elternschaft zu motivieren an Themen, wie z.B. Ernährung und Mediennutzung mitzuarbeiten.

Zu Beginn des Projektes hatten wir die Absicht, mit den größeren Kindern, also mit 5- bis 6-Jährigen, mit ausreichend Deutschkenntnissen zu arbeiten. Schon bei der Einführung wurde klar, dass auch jüngere Kinder großes Interesse hatten mitzumachen. Also haben wir wöchentlich mit einer Gruppe von 8 Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren gearbeitet.

Den theoretischen Teil der Einführung haben wir mit großen Symbolen bildlich begleitet. Auf die Frage, was Medien sind, kam erst keine Antwort. Nach und nach wurde den Kindern bewusst, was man unter Medien versteht. Die meisten haben eine große Anzahl an Medien zu Hause, die sie auch selber unbegleitet und zeitlich uneingeschränkt nutzen dürfen, z.B. Fernsehen, PlayStation, Tablets und Handys. Spielkonsolen bzw. Computerspiele und YouTube-Videos sind ein regelmäßiger Bestandteil ihrer Freizeit.

Es wurde uns auch bald klar, dass die Kinder sehr schnell aktiv werden wollten. Bei nur einem Tablet war die Anzahl der Kinder sehr hoch, also haben wir auf ein Medium zurückgegriffen, was wir mehrfach im Haus hatten: die Fotoapparate.

Hier haben wir grundlegende Regeln erklärt, z.B. zu fragen, wenn man jemand fotografieren möchte. Die Kinder haben fleißig fotografiert. Am Anfang haben sie sich gegenseitig fotografiert. Später gab es auch noch Aufgabenstellungen, z.B. Lieblingsplätze im Außengelände, Frühlingbilder, auch Rezepte für Kuchen und Knete haben sie fotografisch dargestellt.

Nach den Sommerferien und der langen Eingewöhnungsphase sind wir mit einem zweiten Tablet, einem Stativ und weiterem vom Haus für das Medienprojekt angeschafften Material, neu gestartet. Hier haben wir die Apps „Puppet Pals“, „PicCollage“ und „Stop Motion“ kennengelernt und ausprobiert.

Eine feste Gruppe von 4 Mädchen ist regelmäßig dabei, die anderen 4 Kinder sind meist Schnuppergäste. Wir haben mehrere Trickfilme (Stop Motion) mit den Kindern gemacht. Leider sind ein paar dieser Filme verloren gegangen. Hierbei haben wir das Limit unserer Kenntnisse gespürt. Dadurch, dass wir beide privat nicht mit diesen Medien arbeiten, fehlt uns die Leichtigkeit durch Ausprobieren ans Ziel zu kommen. Das Datenspeichern und -übertragen auf ein anderes System, war für uns ein zeitaufwendiges und schwieriges Unterfangen.

Fazit:

Das Interesse der Kinder ist groß. Leider verlieren sie schnell die Motivation, wenn sie nicht selbst aktiv mitarbeiten. Hierfür wäre es besser, eine größere Anzahl an Medien zur Verfügung zu stellen oder eine noch kleinere Anzahl von Kindern im Medienprojekt zu haben.

Für uns als Medienanleiterinnen wäre es wünschenswert, weitere Fortbildungen mit dem Schwerpunkt auf die Technik zu haben, also den richtigen Umgang mit den unterschiedlichen Geräten bzw. Systemen (Apple, Android etc.) zu lernen. Zum Beispiel das Übertragen von Daten, das Sichern, Konvertieren etc. Dieser Bereich hat uns in diesem Projekt die größten Schwierigkeiten bereitet.

Die Arbeit im Medien-Kids-Projekt hat in einer Kleingruppe sehr viel Spaß gemacht, die Kinder sind stolz auf ihre Fotos, Geschichten, Trickfilme. Der Sprachanlass und Sprachmotivation sind weitere positive Effekte und besonders wichtig für unsere Kita.

Die meisten Kinder sind im ständigen Kontakt mit Medien, deren Nutzung, aus Unwissenheit der Eltern, nicht immer altersgerecht ist. Die vielfältigen Möglichkeiten kreativ und altersgerecht damit umzugehen, wäre auch ein wichtiger Erziehungsauftrag für unseren Bildungsrahmen.

Wir können uns vorstellen, das Projekt weiter aufzubauen, jedoch wäre es wünschenswert, wenn man im Haus eine Ecke bzw. einen Raum und festen Platz für das Medienequipment hätte, wo man den Kindern den Zugang ermöglichen könnte.