Förderpreis "Das Ruder"

„Bauen und Programmieren in der Grundschule“ Part II

Zweiter Bericht zu „Programmieren in der Grundschule“

Der Hintergund in aller Kürze:

Am 22. August 2019 gewann ich den Medienkompetenzpreis der (bre(ma bei der Veranstaltung  „Das Ruder 2019“. Meine Idee ist es Kindern im Grundschulalter erste Schritte zur Programmierung von Lego-Robotern zu ermöglichen.

Konstruieren, Programmieren, Testen, Wiederholen:

Seit dem ersten Bericht vom 16. Oktober 2019 ist einige Zeit vergangen. Es wurden viele verschiedene Roboter mit und ohne Anleitung gebaut. Die Teams übten zudem mit der Programmierung umzugehen. Regelmäßig gab es kleine Demonstrationen am Stundenende. Die 30 Kinder, die freitags in die AG gehen, sind weiterhin sehr engagiert dabei…

Es wird zunächst eine Bauanleitung aufgerufen…

 

 

 

 

 

 

oder nach einer eigenen Idee gebaut.

 

 

 

 

 

Danach wird programmiert…

 

 

 

 

 

 

und getestet.

 

 

 

 

Derzeitiger typischer Ablauf:

Der Lehrer beeilt sich sehr, damit er um kurz nach 13.00 Uhr mit dem aufgeladenen I-Pad-Koffer den Computerraum erreichen kann. Die Kinder erwarten ihn schon voller Ungeduld und halten die Tür frei. Danach helfen viele Hände dabei die Baukästen mit den Robotern vom letzten Mal aus dem Nachbarraum zu holen.

Alle Kinder nehmen schnell Platz und die Roboter werden verteilt. Manchmal finden sich dabei auch neue Teams. Die Kinder arbeiten in Kleingruppen zu zweit, zu dritt oder auch zu viert. Ab jetzt sind die Kompetenzen und die Kreativität der Kinder gefragt. Der Lehrer hat nämlich einen Auftrag für alle Gruppen:

  • Baut den schnellsten Transporter ! Er soll einen schweren Zinnbecher über die Distanz von 1m tragen können. Die schnellsten Modelle kommen in eine Rangliste.
  • Oder: Baut einen Transporter, der möglichst viele Batterien über die Distanz von 1m tragen kann.

Für den Einstieg erhalten die Kinder die Bauanleitung für einen Roboter, der sich sehr „unbeholfen“, humpelnd und mit Anhänger fortbewegt.

 

 

 

 

 

 

In der nachfolgenden Zeit überlegen die Kinder, ob und welche Reifen sie montieren. Sie experimentieren mit der Stabilität ihrer Fahrzeuge. Die Programmierung und eine eigene Figur, die auf dem Fahrzeug sitzt, dürfen natürlich auch nicht fehlen. Ideen dürfen zwischen den Teams ausgetauscht werden. Gedanken zur Drehrichtung des Motors, zum Gewicht des Fahrzeuges, zur optimalen Geschwindigkeit und zur Positionierung der Achsen werden getestet, genutzt und auch wieder verworfen.

Zwischendurch werden Einzelteile gesucht, Batterien getauscht und es wird darüber diskutiert, ob der Roboter schon fertig ist für den Wettbewerb.

Viel zu schnell geht die Zeit vorbei. Die Kästen werden wieder zusammengeräumt. Die Roboter und Tablets werden zusammengestellt.

Der aktuelle Rekord liegt bei 4,33s für den Transport des Zinnbechers über die Distanz von 1m.

 

Zudem wurde ein Transporter gebaut, der bereits 20 Batterien (AA) zu transportieren vermag. Es gab auch viele Roboter, die es nicht ins Ziel geschafft haben. Sie drehen sich kurz vor dem Ziel in die falsche Richtung, fallen auseinander oder schleifen über den Boden aufgrund der Gewichtsverlagerung durch die zusätzliche Ladung.

 

 

 

Was zuletzt passierte:

Hier sind noch ein paar Entwicklungen, die direkt oder indirekt die Arbeit mit den Lego-Wedo-Sets beeinflussten.

  • Ich bemerkte, dass einige Kinder sich noch einen persönlicheren Anstrich wünschten. So bat ich den „Nikolaus“, ob er denn noch einige Legofiguren bereitstellen könnte. Die Kinder hatten sich darüber gefreut und ihre Fahrzeuge sogleich mit Figuren ausgestattet.
  • Am 19. Dezember führten vier Mädchen aus der AG die in einer Sonderschicht gebauten und programmierten Roboter bei der Verleihung des „Internet ABC Siegels“ vor. Es waren ein Transportroboter für den Zinnbecher, ein Türspion mit Bewegungssensor und zwei miteinander verbundene fahrende Roboter, die eine kleine aufeinander abgestimmte Choreografie vollführten. Es gab noch viele andere Kinder, die auch gerne ihre Produkte und Programmierkünste vorgeführt hätten.

Diese drei Roboter durften bei der Verleihung des „Internet ABC“ auf die Bühne.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  • Unsere I-Pads sind nun im Management-System der Behörde eingebettet. Damit soll die Verwaltung erleichtert und die Arbeit mit den Geräten für die Kinder noch sicherer werden.In der nächsten AG im neuen Jahr werden die Kinder also ihre eigenen Passwörter einrichten müssen.
  • Zum Halbjahreswechsel wechselt auch die Gruppe der Coding-AG. Nach den Viertklässlern kommen dann 24 Kinder aus den dritten Klassen zum Zuge. Ich wurde in den letzten Monaten bereits häufiger von Kindern angesprochen, wann es denn endlich losgeht. Auch hier gehe ich von einer sehr hohen Motivation aus.
  • Ich konnte nach der internen Lehrerfortbildung noch an einigen Stellen weitere Personengruppen über die Funktionsweise der Geräte in Kenntnis setzen.

Egal ob es  ein Hubschrauber mit einer Seilwinde ist, …

ein schnelles Rennauto…

 

… Bewegungsmelder oder Windmühlen, die Kinder hatten viele Möglichkeiten bauliche Zusammenhänge zu erkennen und geeignete Programmierungen zu finden.