Förderpreis "Das Ruder"

Jump ’n Run – analog ’n‘ digital

Der Einstiegsworkshop

Der Workshop in den Herbstferien war schon mal ein voller Erfolg. Es sind neun Jungs im Alter von 11 bis 16 – eine total nette Gruppe! Zunächst haben wir ein Kennenlernspiel gemacht, bei dem jeder seinen Namen und 3 Spiele auf einen Zettel schreibt: Eines ist das absolute Lieblingsspiel, die beiden anderen sind irgendwelche. Die Zettel werden auf die Rücken geklebt, anschließend gehen alle Teilnehmenden mit einem Stift rum und streichen das Spiel an, das sie für das Lieblingsspiel des Betreffenden halten. Hinterher haben wir eine Runde gemacht, in der alle ihre Wahl erläutern. Ich bin etwas überrascht, dass Fortnite von keinem als Lieblingsspiel genannt wurde. Der Hype scheint vorbei zu sein.

Ich habe die zwei Programme Bloxels und Scratch kurz vorgestellt, danach haben sich Teams zusammengefunden. Das Konzept ist ja, dass eben nicht jeder allein ein Spiel gestaltet, sondern immer mindestens zwei zusammenarbeiten. Das ging nun nicht ganz auf, war aber auch okay. Am ersten Tag habe ich noch ab und zu den Bloxels-Teams etwas erklärt, danach waren die völlig im Bilde, so dass ich mich den Scratch-Teams widmen konnte. Drei Zweierteams haben mit Bloxels angefangen. Nach der ersten Orientierungsphase haben die Jungs schnell alle Register gezogen: Schrumpftränke und Geheimgänge, mehrteilige oder unsichtbare Gegner, Kontrollpunkte, Storytelling etc. Mit Bloxels erzielt man schnell ansehnliche Ergebnisse, aber man kann sich auch versenken und tüfteln ohne Ende. Und das haben die Jungs getan!

Scratch ist nicht so einfach, bietet aber am Ende mehr eigene Gestaltungsmöglichkeiten. Ein Junge hat im Alleingang zwei Spiele programmiert. Dabei hat er beim ersten stumpf die Anleitung befolgt, aber schon beim zweiten hat er eigene Elemente hinzugefügt. Das fand ich ziemlich beachtlich. Ein Zweierteam hat mit einer Anleitung angefangen, sich dann aber für einen anderen Ansatz entschieden: Der Charakter soll laufen und dabei verschiedene Sachen finden und Gegner besiegen. Das ging arbeitsteilig, ein Junge hat die Figuren gezeichnet bzw. bearbeitet, der andere hat die Untergründe gezeichnet und ihre Bewegung programmiert.

Wir sind drei Mal zum Parkourtraining zur Waterfront rüber gegangen. Jedes Mal musste ich die Jungs mühsam von den Geräten loseisen, aber wenn wir dann da waren, hatten alle Spaß. Einige Jungs kannten bzw. machen bereits Parkour, so dass da schon einiges geht. Zunächst ging es darum, einen Überblick zu bekommen: Übersprünge verschiedener Art, über Geländer, Präzisionssprünge (ganz wichtig beim Parkour!) an Wänden lang etc. Mittwoch hatten alle so fiesen Muskelkater, dass wir das nieselige Wetter als Vorwand genutzt haben, mit dem Training auszusetzen. Dafür haben wir den analogen Egoshooter gespielt, der am Ende in eine wilde Bälleschlacht ausgeartet ist. Fun!

Donnerstag beim Parkour sollten die Jungs sich beim Blancieren auf einer Beeteinfassung nach verschiedenen Kriterien sortieren, und das war eher wirr. Ich habe das zum Anlass genommen, Freitag einen einfachen Sortier-Algorithmus auszuprobieren. Die Jungs waren aber nicht so begeistert – lag möglicherweise daran, dass alle ihre Spiele für die Präsentation fertig machen wollten.