Förderpreis "Das Ruder"

Trickfilme in der Kunsthalle Bremen

Inklusion und Medienkompetenz beim Schulprojekt "Spezialeffekte! Gemeinsam die Kunsthalle Bremen entdecken"

Die Gruppe "Kampf der Elemente" beim Dreh in der Gemäldegalerie, Foto: Kerstin Rolfes

Wie kann Medienkompetenz im Museum vermittelt werden? Das haben die Schüler*innen der Klasse 5a der Wilhelm-Focke-Oberschule während des Projektes „Spezialeffekte! Gemeinsam die Kunsthalle Bremen entdecken“ ausprobiert. Ausgehend von Werken aus der Sammlung des Museums wurden zum Thema „Gemeinschaft“ sieben Trickfilme entwickelt, die zusammen mit einer Projektdokumentation auf dem YouTube-Kanal der Kunsthalle zu sehen sind.

Ziel von „Spezialeffekte! Gemeinsam die Kunsthalle Bremen entdecken“ war es, innerhalb von sechs Modulen Medien kreativ zu nutzen, um die eigene Medien- und Sozialkompetenz von jungen Menschen zu stärken. Das Projekt richtete sich dazu vor allem an inklusive Schulklassen und lud dazu ein, das Museum als Ort des inklusiven Lernens, der an die Lebensrealität der Schüler*innen anknüpft, zu nutzen. Im Fokus stand daher das Thema „Gemeinschaft“. Beim Entwickeln der Trickfilme war dies nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch gefragt. An vier Vormittagen im Februar 2019 lernten die Schüler*innen, dass ein Film viel Teamwork erfordert. Sie suchten in Kleingruppen Werke zum Thema Gemeinschaft aus, entwickelten eigene Interpretationen, bauten Requisiten und drehten ihre Filme in Trickfilmboxen und mit Stativen vor den Originalen. Bei der digitalen Umsetzung mit Tablets und der kostenfreien Version der App Stop Motion Studio wurden sie selbst zu Regisseuren und konnten ihre Filme vertonen. Im März 2019 war es dann soweit, die Klasse präsentierte ihre Filme für Presse, Familie und Museumsgästen vor den Gemälden im Museum.

Der Trickfilm „Die abenteuerliche Jagd“ entsteht in der Trickfilmbox, Foto: Kerstin Rolfes
Mit Tablet und Stativ unterwegs: Die Gruppe „Schiefgegangen“, Foto: Kerstin Rolfes

Die Kunsthalle Bremen nimmt Methoden, die in „Spezialeffekte!“ erprobt wurden, in andere Formate auf und baut diese weiter aus. Dabei soll die Medienkompetenz der Schüler*innen weiter ausgebaut werden, indem auch neue Medien wie Tablets und Apps aktuelle Bezüge zu Kunstwerken ermöglichen. Insgesamt werden die hier angewandten inklusiven Methoden und Herangehensweisen ihren Niederschlag in der Vermittlungsarbeit für Schulklassen und junge Menschen haben.

„Spezialeffekte! Gemeinsam die Kunsthalle Bremen entdecken“ ist ein Schulprojekt, das unter der Federführung von Lisa Kärcher (wissenschaftliche Volontärin für Bildung und Vermittlung) im Rahmen des Volontärsprogramms von lab.Bode – Initiative zur Stärkung der Vermittlungsarbeit in Museender Kulturstiftung des Bundes und der Staatlichen Museen zu Berlin entwickelt wurde. Es wurde durchgeführt in Kooperation mit „Werkstatt Bremen“, der Designagentur „hey ju design“ und Clara Kayser (Kunstvermittlerin).