Frühkindliche Bildung

Bei der frühkindlichen Bildung geht es um die Förderung der geistigen, kulturellen, moralischen und körperlichen Entwicklung von Kindern ab der Geburt bis ins Vorschulalter. Frühkindliche Bildung findet in unterschiedlichen institutionellen Formen statt, wie z.B. in Kinderkrippen, Kindergärten, Vorschulen, etc. Früh übt sich, wer ein Meister werden will. Darum ist das Thema Medienkompetenz auch schon bei den ganz Kleinen von Bedeutung.

Vielseitige Möglichkeiten des iPads in den Freispielphasen

Zweiter Erfahrungsbericht zu dem Projekt „Medien-Kids“ aus dem Kinder- und Familienzentrum Schwarzer Weg

Über die Einrichtung

Unser Kinder- und Familienzentrum liegt mitten im Herzen von Gröpelingen. Wir sind multikulturell, das heißt, für unser Kinder- und Familienzentrum haben sich Eltern und Kinder aus zwölf Nationen entschieden. Im Haupthaus unserer Einrichtung gibt es fünf Elementargruppen und zwei Hortgruppen mit insgesamt 140 Kindern. Im Mobilbau gibt es zwei Elementargruppen mit insgesamt 40 Kindern. Wir sind ein halboffenes Haus mit festen Strukturen. In unserem Kinder- und Familienzentrum haben wir sieben Funktionsräume, eine Halle, eine Kinderküche und einen Differenzierungsraum. Durch unsere Angebote und Funktionsräume können die Kinder sich ihren Interessen und Fähigkeiten nach zuordnen. Wir orientieren uns in unserer Arbeit an den Bedürfnissen, Interessen, Fähigkeiten und Neigungen unserer Kinder und an den Bildungsbereichen aus dem Rahmenbildungsplan.

Seit Anfang Dezember 2017 besitzen wir vier iPads in unserer Einrichtung.  Drei iPads werden vom Elementarbereich und ein iPad vom Hort genutzt. Alle Kollegen, die mit dem iPad arbeiten wollten, haben ein iPad bekommen. Die iPads werden unterschiedlich eingesetzt.

Projektablauf

In der einen Gruppe wurde das iPad täglich in der Freispielphase im Alltag integriert und nach Bedarf auch bei gezielten Aktivitäten auf Wunsch der Kinder eingesetzt. In der anderen Gruppe hat die Kollegin zweimal wöchentlich mit jeweils zwei Gruppen (6-7 Kindern pro Gruppe) ein Projekt zum iPad angeboten. Ich bin die Kollegin, die das iPad im Alltag integriert hat.

Ich habe seit ca. 16 Jahren einen PC im Gruppenraum. Seit ca. 8 Jahren habe ich einen zweiten PC im Raum. An beiden PCs wechseln die Spiele alle vier Wochen. Hierbei orientiere ich mich an den Wünschen der Kinder oder am jeweiligen Hausprojekt.

Seit Mitte November 2017 hat das iPad einen festen Platz in der PC Ecke. Es ist immer gleichzeitig ein PC im Einsatz und das iPad.

Ich habe mit dieser alltagsintegrierten Form die ganzen Jahre gute Erfahrungen gemacht, weil die Kinder selbstständig an die PCs gehen können, nachdem sie bei mir einen Führerschein erworben haben.

Ideen zur Integration des iPads im Alltag

Das iPad ist den Kindern im Alltag frei zugänglich. Dabei beschäftigen sie sich alleine oder auch gemeinsam in kleinen Gruppen mit dem iPad. Sie erklären sich gegenseitig Apps und Spiele.

  

Im Alltag benutzten die Kinder am häufigsten die Apps zum Malen am iPad und die App „Photo Booth“, bei der die Kinder mit verschiedenen Filtern experimentieren können.

   

Ebenfalls mit der Kamerafunktion ließen sich Kombiwörter (Bsp. Haar + Spange = Haarspange) darstellen, die die Kinder sich selbst ausdachten. Die Kinder haben hierfür selbst fotografiert und ihren Namen und Beschriftungen teilweise selber geschrieben.

Beispiel: Haar + Spange = Haarspange

 

Eine weitere Möglichkeit, dass iPad zu integrieren, ist es über die Helden der Kinder zu sprechen. Die Kinder haben sich die Helden im Internet ausgesucht, ausgedruckt und Heldenlaternen gebastelt.

Der Beamer, sowie die Leinwand (weißes Bettlaken) haben genau wie das iPad ständig ihren festen Platz bei uns, sodass sie jederzeit eingesetzt werden können.

Die Gruppe schaut/hört sich Sounds an, die andere Kinder zuvor im Freispiel mit der App „Garage Band“ erstellt haben.

Bundesprojekt Sprache

Wir nehmen seit ca. 1 ½ Jahren am Bundesprojekt Sprache teil. Zwei Wochen lang hatten wir im Rahmen dieses Projektes in jeder Gruppe das Thema „Ich und du und unsere Sprachen“. Auch in dieser Phase wurde das iPad integriert.

Mit einer Gruppengröße von sechs Kindern (5-6 Jahre) wurden Aktivitäten durchgeführt. Eine Aktivität bestand darin, ein Ratespiel zu erstellen. Alle Kinder benannten das Land, aus dem ihre Eltern kommen. Danach erzählten die Kinder, welche Sprachen sie sprechen und wer wollte, erzählte uns etwas auf seiner Sprache. Reihum machten die Kinder mit dem iPad Fotos von:

  1. einen Teil einer Flagge (Hälfte der Flagge)
  2. der ganze Flagge
  3. dem vorgeschriebenen Ländernamen

Auf unserem Beamer wurde entweder die halbe Flagge, der Ländername oder die ganze Flagge gezeigt. Das Raten der Länder hat den Kindern viel Spaß gemacht.

Ausblick

Zuletzt wird sich im Kinder- und Familienzentrum Schwarzer Weg mit dem Thema „Musik“ beschäftigt. Die Kinder erstellen/dichten selbst einen Rap, begleiten ihn mit Körpergeräuschen, mit dem iPad,  mit Mundgeräuschen, mit einem selbstgebastelten Instrument und mit dem Mikrofon. Die App „Garage Band“ ist hierfür besonders geeignet. Das Thema „Musik“ und „Rap“ bieten noch vielseitige Möglichkeiten, an denen in Zukunft weitergearbeitet werden soll.

 

Autorin: Birgit Hollmann, Kinder- und Familienzentrum Schwarzer Weg