Frühkindliche Bildung

Bei der frühkindlichen Bildung geht es um die Förderung der geistigen, kulturellen, moralischen und körperlichen Entwicklung von Kindern ab der Geburt bis ins Vorschulalter. Frühkindliche Bildung findet in unterschiedlichen institutionellen Formen statt, wie z.B. in Kinderkrippen, Kindergärten, Vorschulen, etc. Früh übt sich, wer ein Meister werden will. Darum ist das Thema Medienkompetenz auch schon bei den ganz Kleinen von Bedeutung.

Medienhelden und Fotorätsel

Zweiter Erfahrungsbericht zu dem Projekt „Medien-Kids“ aus der Kindertagesstätte St.Nikolaus

Der Rahmen

Hier ist mein Erfahrungsbericht zum Thema Medienkids. Wo soll ich anfangen? Es fing an mit einem großen Fragezeichen „Häääää?“ und endet nun mit einem „Ahhh, so geht das also.“ Ich dachte eigentlich, dass ich mich ganz gut mit Medien auskenne. Aber das in der Praxis mit Kindern umzusetzen ist dann doch nochmal was anderes.

Aber vorweg, kurz etwas zu unserer Haussituation. Wir arbeiten offen, betreuen 100 Kinder und liegen in einem sozial schwachen Stadtteil.

Wir planen Angebote für und mit unseren Kindern. „Medien-Kids“ ist bei uns ein Angebot gewesen, an dem eine bestimmte Anzahl an Kindern teilnehmen konnte. Dazu haben wir in der Regel eine Stunde Zeit gehabt.

Projektumsetzung mit Fotorätseln und Bilderreihen

Angefangen habe ich mit Fotorätseln. Das war am Anfang die einfachste Variante. Man nehme sechs Kinder (3-6 Jahre), einen freien Raum und das iPad und lässt die Kinder erstmal fotografieren.

So weit so gut, allerdings kann immer nur ein Kind fotografieren. Was macht man mit den restlichen Kindern? Ich habe sie in der Zeit malen lassen. Damit konnte man die Wartezeit ganz gut überbrücken. Am Ende haben wir uns dann immer zusammen die Ergebnisse angeschaut und gerätselt.

Ich war erstaunt darüber, wie schnell die Kinder ein Auge für Bilder bekommen und wie schnell ihnen der Umgang mit der Kamera ohne Hilfe gelingt. Das ist wirklich ein schönes und schnell geplantes Angebot ohne viel Aufwand. Außerdem haben wir das Repertoire erweitert und haben uns auf die Suche nach Bilderreihen gemacht (z.B. Farben, Formen und Buchstaben). Was man nicht alles im Kindergarte entdeckt.  Es war schön zu sehen, dass die Kinder sich gegenseitig helfen. Ich musste so gut wie gar nicht helfen.

Medienhelden

Außerdem habe ich noch ein Projekt gemacht mit sechs Kindern über 1,5 Wochen. Ich habe diesbezüglich das Thema Medienhelden aufgegriffen. Ich habe zur Anregung zu diesem Projekt die Seite: http://www.meko-kitas-nrw.de/startseite.html benutzt und kann sie wirklich jedem empfehlen. Es sind wirklich tolle Anregungen, die man dort erhält.

Die Kinder sind super redefreudig, wenn es darum geht von ihrer Lieblingssendung zu erzählen. Man sollte also Zeit einplanen. Man muss schon ziemlich aufpassen, dass man sich nicht zu viel vornimmt. Das ist eine meiner wichtigsten Erfahrungen im Zusammenhang mit den iPad: Zeit nehmen und die Dinge vorher ausprobieren die man machen möchte!!! Aber dazu später mehr.

Wir haben unsere Lieblingshelden auf Papier gemalt und gegenseitig gezeigt und zeitgleich durften die Kinder auf dem iPad malen. Es war spannend zu beobachten wie konzentriert das von statten ging. Das Radieren war dabei für die Kinder das wichtigste. Malen kann man auf dem iPad super mit der Notizfunktion.

Wir haben uns über die Helden unterhalten und was sie sonst im Fernsehen so gucken. Im Gespräch sind wir auf die Idee gekommen, dass wir auch selber unsere eigenen Zaubertricks machen könnten. Die haben wir mit „iMotion Pro“ und mit der Videokamera gedreht. Allerdings hatte ich das vorher nicht ausprobiert und musste dann feststellen, dass es bei dem iPad keine Pause-Funktion gibt. Also habe ich in mühevoller Kleinarbeit zu Hause die Videos zusammengefügt und Töne unterlegt. Der WOW-Effekt bei den Kindern am nächsten Tag war groß, denn die Ergebnisse haben wir uns zusammen auf dem Beamer angeschaut. Danach wollten die Kinder noch mehr Filme drehen und hatten viele eigene Ideen.

Herausforderungen bei der Projektarbeit

Es ist gar nicht so einfach alle Kinder zu beschäftigen. Ich habe also immer ein Kind filmen oder fotografieren lassen, die Anderen waren dann damit beschäftigt sich um die Requisiten zu kümmern z.B. eine Krone auf den Kopf zu setzen, zu malen oder aufzupassen, dass keiner die Treppe herunter läuft, wenn wir gerade filmen. Am besten funktionieren die Zaubertricks wenn jedes Kind einen Gegenstand hat, den er/sie bewegen muss, so sind immer alle aktiv involviert.

Ausblick:

Unsere Kinder hatten viel Spaß beim Umgang mit dem Tablet. Man muss aber Zeit und Ruhe haben und sich damit aktiv auseinandersetzen, damit die Kinder auch mit einem guten Gefühl aus dem Angebot gehen. Ich persönlich werde es auch in Zukunft nutzen, werde aber kleinere Gruppen nehmen und mir Zeit einplanen, damit es auch für mich stressfreier wird. Und wenn ich eine neue Methode ausprobieren möchte, werde ich es vorher erst selber ausprobieren.

Autorin: Melanie Ross