Frühkindliche Bildung

Bei der frühkindlichen Bildung geht es um die Förderung der geistigen, kulturellen, moralischen und körperlichen Entwicklung von Kindern ab der Geburt bis ins Vorschulalter. Frühkindliche Bildung findet in unterschiedlichen institutionellen Formen statt, wie z.B. in Kinderkrippen, Kindergärten, Vorschulen, etc. Früh übt sich, wer ein Meister werden will. Darum ist das Thema Medienkompetenz auch schon bei den ganz Kleinen von Bedeutung.

Drei Projektideen für die Arbeit mit dem iPad

Erfahrungsbericht zu dem Projekt „Medien-Kids“ aus dem Kinderhaus Baumhöhle

Der Kartoffelkönig

Die Geschichte des Kartoffelkönigs wurde im Morgenkreis vorgelesen. Im Morgenkreis waren 20 Kinder (3-6 Jahre). In der Gruppenzeit konnten sich die Kinder entscheiden, ob sie ein Kartoffeldruckbild herstellen möchten. In einer darauffolgenden Gruppenzeit konnten die Kinder einen Kartoffelkönig gestalten.

Neun Kinder haben sich dafür entschieden. Fünf Kinder wollten gerne einen Trickfilm gestalten und entwickelten anschließend ein Drehbuch. Zwei Kinder malten einen Hintergrund. Es sind Eisenbahnschienen zu sehen. Einer hat die Idee, den Tisch in der Werkstatt zu nutzen und ein Tuch darauf zu legen.

Zwei Kinder machen Fotos mit dem iPad. Die Kinder waren motiviert bei der Sache.  Die Geschichte hat sie beeindruckt, aber während der Gestaltung sind eigene kleine Ideen entstanden. Die Fotos für den Trickfilm wurden mit „iMotion Pro“ gemacht.

Das iPad wurde auf ein Stativ gestellt. Zwei Kinder machten Fotos. Manchmal hatten die Kinder einen Finger vor der Linse.

Die anderen Kinder stellten die Kartoffelkönige nach und nach dazu.

Diese Phase überforderte manche Kinder – das iPad korrigieren, das Stativ verstellen und die Bilder sichten. Trotzdem ist ein kleiner Film entstanden, der den Kindern beim Ansehen viel Spaß gemacht hat. Die Kinder waren sehr stolz auf sich.

 

Pizza herstellen

Die Kinder haben sich in meiner Sprachfördergruppe gewünscht, einmal eine Pizza zu backen. Auf meine Frage, wie wir das iPad dabei einsetzen könnten, kam die Idee, dass wir das Backen der Pizza filmen könnten. Die Kinder haben eine „Kamerafrau“ bestimmt. Die Anderen wollten bei der Herstellung der Pizza helfen.

So ist das gefilmte Rezept entstanden. Die Kinder schauen sich den Pizza Film immer wieder gerne an. Wir haben die Videos direkt mit dem Book Creator gefilmt.

Ziel war hierbei, die Kinder zum Sprechen zu motivieren und das neue Medium einzusetzen.

       

Bilderrätsel

Ich habe Zuhause einige Fotos mit dem iPad gemacht. Einmal von ganz nah, so dass man nicht direkt erkennen konnte, um welchen Gegenstand es sich dabei handelt. Und dann noch einmal mit einer gewissen Distanz, womit der Gegenstand identifiziert werden konnte. Dieses so entstandene Bilderrätsel habe ich dann den Kindern im Kindergarten in kleinen Gruppen gezeigt und habe sie gefragt, ob sie selbst auch Lust haben, so ein Rätsel herzustellen. Ich bin mit drei bis fünf Kindern durch den Kindergarten gelaufen und die Kinder konnten sich etwas aussuchen, das sie fotografieren wollten. Erst ganz nah, dann von weiter weg. Ich habe im Wechsel immer wieder andere Kinder die Rätsel erstellen lassen. So habe ich in etwa 12-14 Kinder daran beteiligt. Die Fotos waren teilweise sehr verwackelt und die Kinder mussten mehrmals fotografieren. Manche Kinder haben gar kein scharfes Bild hinbekommen. Diesen Kinder habe ich dann geholfen. Einige Tage später haben wir uns das so entstandene Bilderrätsel angeschaut. Die Kinder waren sehr stolz, als sie ihre Bilderrätsel gesehen haben. Und vor allem dann, wenn die Kinder nicht gleich erraten konnten, was sie fotografiert hatten.

Dadurch, dass die Fotos immer wieder unscharf oder verwackelt waren, hat das Fotografieren teilweise so lange gedauert, dass die anderen Kinder, die nicht gerade dran waren, es kaum ausgehalten haben, zu warten. Ich bin einmal mit fünf Kindern gleichzeitig durch den Kindergarten gelaufen. Diese Gruppe war eindeutig zu groß.

Zwei Kinder hatten nach einer gewissen Zeit die Lust verloren, weil es ihnen zu lange gedauert hat, bis sie wieder dran waren.

 

Unser digitales Kochbuch

Ich habe den Kindern im Morgenkreis gesagt, dass ich ein digitales Kochbuch mit ihnen machen möchte. Dazu habe ich ein leichtes Rezept rausgesucht. Mit jeweils zwei Kindern habe ich mich mit den vorbereiteten Zutaten an einen Tisch gesetzt und habe den Kindern erklärt, was wir machen werden. Dann habe ich die Kinder in vielen kleinen Sequenzen gefilmt, wie sie die Zutaten zusammenfügen. Die Kinder haben dabei immer genau erklärt, was sie machen.

Anschließend habe ich die vielen Sequenzen mit „iMotion“ zu einem Film zusammengeschnitten.

Ich habe die erste Backgruppe während der Gruppenzeit im Gruppenraum gemacht. Das war keine gute Wahl, denn die anderen Kinder, die im Hintergrund gespielt haben, waren zu laut. Auch ging immer wieder die Gruppentür auf, weil Eltern zum Abholen reinkamen. Ich habe mich dann mit meiner Kollegin abgesprochen und wir haben eine feste Angebotszeit für das „Digitale Kochbuch“ gefunden, die ich in einem Differenzierungsraum abhalten konnte. In diesem Raum war es dann viel besser. Die Kinder haben leider teilweise sehr leise gesprochen. Dazu kam, dass ich versehentlich auch schon mal meinen Finger auf dem Mikrofon des iPads hatte und auch das minderte die Tonqualität.

Es ist ganz leicht, mit Hilfe der App „iMotion“ die vielen kleinen Sequenzen zusammen zu schneiden. Die Kinder waren durchweg alle sehr stolz, als sie sich ihren Film im Anschluss anschauen durften. Wenn die letzten vier Gruppen auch dran waren und unser Backbuch komplett ist, werden wir in die Halle gehen und uns das komplette digitale Backbuch anschauen. Darauf freuen sich alle Kinder schon sehr. Dann werde ich das fertige Buch auf DVD brennen und den Eltern zum Ende des Kindergartenjahres mit nach Hause geben.

 

 

Autorinnen: Anne Wilken-Müllerstedt und Sarah Neuhaus-Arik, Kinderhaus Baumhöhle