Smartphone / Apps

Projekt „Smart“phone – klare Regeln für einen komplexen Alleskönner

Die neuen Smartphone-Regeln stehen nun schwarz auf weiß!

von hinten links nach vorne rechts: Schülervertreter Tim, Aida, Lea, Saskia

Ergebnisse und erste Erfahrungen. Präsentation und Reflexion. Das waren die Inhalte der abschließenden Pressekonferenz zum Smartphone-Projekt der Oberschule Findorff am 28.08.2017. Ein drittes Mal kamen alle Beteiligten des Projektes zusammen, um über den Entwicklungsprozess der Regeln, erste Erfahrungen im Schulalltag und die Potentiale eines solchen Projektes zu berichten.

Wie sollen Smartphones in der Schule genutzt werden? Ein diskussionswürdiges, kontroverses Thema. Aber vor allem auch: Wie kann Demokratie in der Schule aussehen? Alle 800 Schülerinnen und Schüler nahmen, genauso wie alle anderen Organe der Schulgemeinschaft, aktiv am Gestaltungsprozess der Nutzungsordnung teil. Ihre Sichtweise bekam auch in der Pressekonferenz durch die Schülervertreter einen besonderen Fokus.

Ein striktes Smartphone-Verbot, wie es seit 2007 an der Oberschule Findorff galt, stellte sich als nicht mehr zeitgemäß heraus. Ab dem 7. Jahrgang ist die Nutzung nun in den Pausenzeiten erlaubt. Wo, wann und wie die Geräte genutzt werden dürfen – das schreiben die neuen Regeln fest. 33 Workshops, viele Diskussionen, Abwägungen, Abstimmungen und Verhandlungen später wurden demokratische Spielregeln für den Umgang mit dem Smartphone um- und durchgesetzt.

Auf einen gemeinsamen Nenner kommen – das braucht Zeit. Genauso wie Demokratie Zeit braucht, wie die Schülersprecherin auf der Pressekonferenz meint. Die neuen Regeln scheinen sich als nachhaltig zu bewähren, der lange Weg hat sich gelohnt: Smartphone-Zonen sind deutlich gekennzeichnet, das Projekt wurde gut aufgenommen, klasseninterne Plakate konkretisieren die Nutzungsregeln, berichten die Schülervertreter. Demokratie ist anstrengend, aber macht auch Spaß, meint Schirmherrin des Projektes Frau Dr. Bogedan. Als bundesweites Vorbild soll das Projekt auch andere Schulen motivieren, Medienregeln aufzuarbeiten.

Um Kompetenzen zu erlernen, sind Verbote alles andere als geeignet, stellt Frau Holsten, Direktorin der (bre(ma heraus. Denn um im Umgang mit Medien kompetent zu werden, ist Learning by Doing angesagt – das kennt wahrscheinlich jeder aus eigener Erfahrung. Ein Smartphone ist viel mehr als nur ein Gerät. Es ist vielmehr eine digitale Handtasche – in der meist viel mehr steckt, als man es von außen erwartet. Es kann einerseits sehr hilfreich und unterhaltsam sein, aber auch zur Waffe werden. Und auch das Internet ist ein zweischneidiges Schwert. In diesem weiten Feld des Internets muss deshalb jeder selbst Verantwortung übernehmen.

Ein Projekt, wie es stattgefunden hat, ist der Anfang für gute Medienkompetenz und ist ein sehr wichtiger Schritt. Was nicht vergessen werden darf: Es geht weiter! Im Dezember findet u. a. ein Elternabend mit Experten des ServiceBureau Jugendinformation und der (bre(ma statt und der kompetente Umgang mit Medien wird in Form von Projekttagen weiter an Schulen gefördert.

Demokratisch ein Smartphone-Regelwerk für die Schule gestalten- ein Konzept, das inspiriert!