Förderpreis "Das Ruder"

„Wurzeln und Visionen“ – Geflüchtete und Bremer Jugendliche gestalten gemeinsam eine Videoprojektion

Projektbeschreibung

Der Verein zur Förderung akzeptierender Jugendarbeit e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, gemeinsam mit Magali Sander Fett/Tanzkollektiv Bremen und Till Botterweck/Urbanscreen eine Videoprojektion zu entwickeln.

Im Vordergrund des Projektes steht die gemeinsame Gestaltung einer Projektion durch Bremer Jugendliche aus verschiedenen Stadtteilen und Jugendliche mit Fluchterfahrungen, welche an einem signifikanten Gebäude der Stadt Bremen präsentiert wird. Das Thema der Projektion ist „Wurzeln und Visionen“ – Wo komm ich her, wo will ich hin.

Wir werden mit allen beteiligten Jugendlichen ein gemeinsames Thema über künstlerische Mittel zu einem Gesamtwerk zusammen führen. So kommt es zu dem Bewusstsein, dass alle ähnliche Träume, Wünsche und Hoffnungen haben, egal welchen kulturellen Hintergrund sie haben.

Durch unsere Arbeit auf der Straße wird deutlich, dass viele der Jugendlichen Ressentiments gegenüber geflüchteten Menschen haben. Dies ist merklich nicht nur ein Phänomen unter Jugendlichen mit deutscher Herkunft, sondern auch unter Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Es wird deutlich, dass die Jugendlichen Ängste und Vorbehalte gegenüber dem Unbekannten haben und versuchen, sich durch menschenfeindliche Äußerungen von den Geflüchteten abzugrenzen.

Der Verein zur Förderung akzeptierender Jugendarbeit e.V. (VAJA e.V.) wurde 1992 gegründet. Seitdem hat er sich zum größten Träger für Streetwork / aufsuchende Jugendarbeit in Bremen entwickelt.

Im Rahmen akzeptierender Jugendarbeit wendet sich VAJA vor allem an Jugendliche und junge Menschen, die von anderen Angeboten der Jugendarbeit nicht ausreichend oder gar nicht mehr erreicht werden, die sich als Cliquen oder Szenen definieren und für die der öffentliche Raum zum zentralen Aktions- und Aufenthaltsort ihrer Freizeit geworden ist.

Der Ablaufplan des Projektes lässt sich in mehrere Schritte aufteilen. Höchste Priorität hat ein Zusammentreffen aller Jugendlicher aus den verschiedenen Stadtteilen. Bei der ersten Begegnung sollen sich die Jugendlichen in einem gemeinsamen Workshop kennen lernen, ihrer Kompetenzen und Stärken bewusst werden.

Nach der Wahl des richtigen Gebäudes wird dessen Schablone an die Jugendlichen verteilt. Nun haben die Jugendlichen die Möglichkeit, ihre zum Thema passenden Gedanken und Emotionen gestalterisch zum Ausdruck zu bringen. Hierbei werden sie von allen Betreuer/innen und Mitarbeiter/innen von Urbanscreen unterstützt.

Die Jugendlichen können ihre Projektion zum Beispiel mit Filmen, Fotos, Slow-Motion-Videos, Zeichnungen, Animationen, Musik, Tönen, Tanzchoreografien etc. erstellen. Hierbei werden die Jugendlichen in Kleingruppen arbeiten.

Am Ende steht die Gestaltung eines Gesamtkonzeptes für die Projektion. Dazu wird sich eine Arbeitsgruppe von Jugendlichen mit dem Film Editor von Urbanscreen zusammensetzen. Hier werden die technischen Abläufe erklärt, so dass die Jugendlichen eigenständig arbeiten und eine durchgängige Projektion zusammen schneiden können.

Dieses Gesamtprojekt soll zeremoniell im Herbst der breiten Öffentlichkeit präsentiert werden. Den Jugendlichen soll eine möglichst große Bühne verschafft werden, weshalb wir uns mit anderen kulturschaffenden Trägern zusammenschließen werden.  Ziel ist eine Veranstaltung mit gemeinsamen Begegnungen und Austausch.

VAJA e.V. hat bereits in unterschiedlichen Stadtteilen Erfahrungen gesammelt mit gemeinsamen Projekten von Jugendlichen aus den begleiteten Cliquenzusammenhängen und jugendlichen Flüchtlingen. Es ist spannend zu sehen, wie sich bereits nach einmaligen Aktionen bei einigen Vorurteile abbauen lassen, bzw. durch einen ersten Kontakt Ängste abgebaut werden können und tatsächliche Auseinandersetzungen mit dem „fremden“ Gegenüber stattfinden.

Bei dem Projekt sollen Ressentiments abgebaut und gemeinsame Interessen hervorgerufen werden.

Im Vordergrund steht neben der Identifikation in der künstlerischen Auseinandersetzung insbesondere auch die Förderung von Teamwork.

Dabei wollen wir die Sensibilisierung und Empathie für die in Not geratenen Flüchtlinge und für die aktuelle Lage unter unseren Jugendlichen fördern.

Auch die Medienkompetenz der Jugendlichen  soll erweitert und gestärkt werden. Die Jugendlichen haben die Möglichkeit über die Fachleute unterschiedliche Medien und ihre vielfältigen Möglichkeiten kennenzulernen und diese mitenander zu kombinieren und sie zu einem Gesamtwerk zu formen. Ihnen wird mit diesem Projekt eine aktive Teilhabe in der Mediengesellschaft ermöglicht.

Alles was die Jugendlichen täglich über ihre eigenen Medien wie Fernseher, Computer, Smartphone konsumieren, wird für sie auf diesem Weg aus einer anderen Perspektive erfahrbar. Das beeinflusst das Sehverhalten der Jugendlichen und ermöglicht ihnen darüber hinaus auch für die Zukunft einen kreativen Umgang mit ihren Medien. Sie lernen selbstbestimmt, verantwortungsbewusst, kritisch und kreativ mit den Medien umzugehen. Sie verändern ihren ästhetischen Blick auf Filme und bekommen ein Gefühl für mediale Qualität

Vor allem eröffnet die Maßnahme den teilnehmenden Jugendlichen eine berufliche Perspektive. Sie kommen mit zukunftsträchtigen Berufsfeldern in Kontakt, können sich ausprobieren und neue Fähigkeiten erlernen. Wir schaffen so die Möglichkeit einer Orientierung. Die Jugendlichen werden am Ende ein Zertifikat für die Teilnahme erhalten.

Finanziert wird das Projekt über den Medienkompetenzpreis „Das Ruder“ von der Landesmedienanstalt Bremen. Außerdem über die Jugendkulturstiftung „start“ und die Bremer Volksbank.