Computerspiele

„Ich möchte niemanden erschießen, weder virtuell noch real.“

Was machen Jugendliche eigentlich stundenlang vor ihrem Computer? Zocken lautet bei vielen die Antwort. Nach Ergebnissen der JIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsbundes Südwest geben rund 68% der 12 bis 19 Jährigen an, täglich oder mehrmals pro Woche Digitale Spiele zu spielen. Hierbei reicht die Bandbreite der Spiele von „FIFA“ über „Grand Theft Auto“ bis zu „Call of Duty“.

Nicht nur die Inhalte einiger Spiele, sondern vor allem die Nutzungsdauer macht vielen Eltern und auch Lehrern Sorge. Wenn die Noten in der Schule in den Keller sinken oder man merkt, dass sich Kinder und Jugendliche vor Freunden und der Familie zurückziehen, stehen besonders Pädagogen vor einem großen Fragezeichen.
Damit dies in Zukunft anders ist, gab es im Rahmen der MediaCoach Fortbildung für Lehrkräfte aus Bremen, bei der die (bre(ma das Landesinstitut für Schule unterstützt, am 13.01.2016 einen Workshop der bre(ma zum Thema „Faszination von Computerspielen. Von Ego-Shooter bis E-Sports“. Neben vielen anderen Themen rund um das Feld der Medien und der Mediennutzung die während der MediaCoach-Fortbildung von den Experten des LIS behandelt werden, spielen auch Computerspiele und deren Inhalte und Suchtpotenziale eine große Rolle. Um den Bremer Lehrenden einen Einblick in das weite Feld der Computerspiele zu geben wurden einige der beliebtesten Spiele vorgestellt. Ganz vorne mit dabei: „Minecraft“, „FIFA“, „GTA“ und „League of Legends“, die anhand eines kurzen Spielausschnitts und Anmerkungen zum Ziel des Spiels erklärt wurden. Die vielen Sorgen der Lehrkräfte drückten sich in Form zahlreicher Fragen aus: Was genau muss man in diesem Spiel machen? Muss ich eine Waffe bedienen? Spielt man das mit Freunden oder alleine? Ab wie vielen Jahren ist das erlaubt?

Um all diese Fragen zu beantworten, durften die Lehrer im nächsten Schritt selbst an den Computer und sich die Spiele aus einer Perspektive ansehen, die einige vorher noch nie eingenommen hatten: als Spieler. Dies stellte für einige allerdings eine Hürde dar, wie es eine Lehrerin umschreibt: „Ich möchte niemanden erschießen, weder virtuell noch real.“ Doch gerade zwischen Zuschauern und Spieleneulingen entbrannten spannende Diskussionen um Spielinhalte, Suchtpotenziale, aber auch um Spaß am Spiel und eine gewisse Faszination, der sich auch die Lehrenden nicht entziehen konnten.


Anschließend konnten alle aufgekommenen Fragen mit der Spieleexpertin der (bre(ma diskutiert werden. Sie selbst ist seit fast 10 Jahren aktive Spielerin diverser Spiele. Auch kennt sie die Sorgen der Eltern und Lehrer aus ihrer eigenen Jugendzeit und konnte interessante Einblicke geben und von ihren persönlichen Erfahrungen sprechen. Um die Lehrer nicht nur mit einem geweiteten Blickwinkel auf Computerspiele nach Hause zu schicken, sondern ihnen auch ein praktisches Beispiel für den Schulalltag an die Hand zu geben, wurde ein Konzept zur Einbindung von Spielen in den Unterricht vorgestellt. Der vorgestellte Workshop beschäftigt sich besonders mit USK-Kennzeichnungen und Altersfreigaben und soll den Kindern und Jugendlichen einen bewussten Umgang mit den Spielen näher bringen.

Eine Handreichung erklärt den Workshop ausführlich in einzelnen Schritten, sodass dieser von den Lehrkräften ganz einfach selbst durchgeführt werden kann. Die Referentin der (bre(ma kommt aber auch gerne direkt in die Schulklassen. Dieses Angebot ist kostenlos. Genauere Infos hierzu unter: http://www.bremische-landesmedienanstalt.de/medienkompetenz/aktuelle-angebote/videospiel-projekte.html