Medienpolitik

Medienpolitik bezeichnet alle Diskurse und Maßnahmen, die den Ordnungsrahmen für publizistische Medien bilden und deren Spielraum anhand von Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien definieren. Im Zuge der Digitalisierung wachsen Märkte, die teilweise noch getrennt geregelt werden (Printmedien, Rundfunk, Mobilfunk, Telekommunikation), immer mehr zusammen. Dies führt zu Diskussionen in der EU, dem Bund und den Ländern über eine neue Medienpolitik. Die Veränderungen der Medienwelt führen auch zu politischen Diskussionen über das Thema Medienkompetenz.

Positionspapier des Netzwerkes für Medienkompetenz

Das Medienkompetenz-Netzwerk Bremen veröffentlicht hiermit ein gemeinsames Positionspapier zur Stärkung der Medienkompetenzvermittlung im Land Bremen. In dem folgenden Papier stellt das Netzwerk konkrete Forderungen und bietet in allen Bereichen seine Zusammenarbeit an. Zudem können Sie dem Anhang des Positionspapiers in PDF-Form die Unterzeichner entnehmen: Positionspapier Medienkompetenz 2019

Die Veröffentlichung des Positionspapiers geht einher mit der Aktion des Netzwerkes „Akkuleer“, in der sich Netzwerkakteure vorstellen und ihre Herausforderungen aus dem Alltag und Versionen vorstellen: www.akkuleer.de

 

POSITIONSPAPIER

Wer wir sind:

Im Medienkompetenznetzwerk Bremen (MeKo-Netzwerk) haben sich mehr als 150 Fachleute aus Einrichtungen in öffentlicher oder privater Trägerschaft aus Bremen und Bremerhaven zusammengeschlossen. Uns eint, dass wir Medienkompetenz an die Bürgerinnen und Bürger des Landes Bremen vermitteln.

Das Netzwerk vertritt ein breites Verständnis von Medienkompetenz. Weit über die rein technische (Bedien-)Medienkompetenz hinaus sind Medienkritik, Medienwissen, Mediennutzung und Mediengestaltung Schwerpunkte unserer täglichen Arbeit.

Das Netzwerk stützt sich auf das Bremische Landesmediengesetz und wird seit der Initiierung im Jahr 2014 von der Bremischen Landesmedienanstalt koordiniert. Das Netzwerk ist zugangsoffen – dies zeigt auch die enorme Vielfalt der NetzwerkerInnen aus Vereinen, freien Trägern, aber auch Mitarbeiterinnen der Universität, von anderen kulturellen Einrichtungen und senatorischen Behörden. Einige der Einrichtungen sind zwar institutionell gefördert oder finanziert – z. T. auch unterfinanziert –, die meisten hingegen beweisen sich Jahr für Jahr am „freien Markt“ und müssen sich von ihren Aufträgen „selbst erwirtschaften“. Eine Liste aller NetzwerkerInnen, die hinter diesem Positionspapier stehen, findet sich in der angefügten PDF Datei.

 

Wie wir arbeiten:

Die Zusammenarbeit des MeKo-Netzwerks basiert auf den Werten Vertrauen und Solidarität. Die Mitglieder treffen sich regelmäßig und tauschen sich über Methoden und aktuelle Herausforderungen aus. Wir vermitteln einander Kontakte, bündeln unsere Kapazitäten und konzipieren gemeinsame Projekte, Veranstaltungen und Fortbildungen. Unsere Angebote richten sich an alle Bürgerinnen und Bürger – an Kinder, Jugendliche, Eltern und inklusive Gruppe, SeniorInnen, MigrantInnen, LehrerInnen, ErzieherInnen und andere Fachkräfte. Durch die im Netzwerk vertretene Vielfalt ist bei uns ein umfangreiches Fachwissen zu allen Facetten der Medienkompetenzvermittlung vorhanden. Wir sind zudem über die Landesgrenzen hinaus vernetzt und binden diese Potenziale in unsere Angebote ein.

Bei allen Gemeinsamkeiten ist es vor allem die Vielfalt, die uns stark macht: Von der frühkindlichen bis zur Erwachsenenbildung, vom Buch bis zur App, in der Kita, in der Schule oder im außerschulischen Feld – Medienkompetenz wird von uns im Land Bremen auf unterschiedlichen Ebenen und für die unterschiedlichsten Zielgruppen vermittelt.

 

Das haben wir bisher geschafft:

Kooperation und Transparenz der Medienkompetenzakteure

In zahlreichen Kooperationen (bei Fachtagen, Aktionen und Kampagnen, bei Preisverleihungen oder beim Safer Internet Day) sind wir gemeinsam aufgetreten und haben damit viele Bürgerinnen und Bürger erreicht. In den letzten Jahren sind viele innovative Projekte entwickelt und erfolgreich durchgeführt worden, weitere sind geplant. Wir haben zudem gemeinsame Positionen entwickelt und betreiben den Weblog www.MEKOcloud.de. Dort sind verschiedene Medienkompetenz-Themen aufbereitet und Bürgerinnen und Bürger finden aktuelle Termine zur Medienkompetenz in Bremen und Bremerhaven. Auf dem Weblog können Interessierte zudem die Menschen hinter unserem Netzwerk näher kennenlernen.

Zentrale Ansprechpartner

Seit 2015 führen wir Gespräche mit den medienpolitischen Sprechern der Parteien. Im Jahr 2018 entstand der Kontakt zur zuständigen Person in der Senatskanzlei, mit dem sich VertreterInnen des Netzwerks seitdem regelmäßig treffen. Ziel ist, das Thema Medienkompetenzvermittlung ressortübergreifend zu verankern und hierfür bei einer Kooperation der senatorischen Behörden auf der verwaltungspolitischen Ebene unterstützend zu wirken. Als erste Maßnahme ist ein ressortübergreifender Fachtag im Rathaus geplant, bei dem es um die Stärkung der Medienkompetenz als gesellschaftliches Querschnittsthema für Verwaltung und Politik sowie um Formen der Zusammenarbeit gehen soll.

 

Das benötigen wir:

Alle Parteien in der Bremischen Bürgerschaft erklären Medienkompetenz zum Zukunftsthema. Das nehmen wir mit Freude zur Kenntnis. Wir begrüßen, dass im Mai 2018 im neuen Landesmediengesetz die Aussagen zur Förderung von Medienkompetenz präzisiert und erweitert worden sind. Aber: Medienkompetenz ist kein Selbstläufer! Medienkompetenz braucht ein klares Bekenntnis der Politik und wirksame Unterstützung! Aus unserer Sicht muss Folgendes gewährleistet werden:

Verbesserte Kooperation zwischen den zuständigen Ressorts!

Zusammen mit der Senatskanzlei bemühen wir uns um mehr Transparenz und eine stärkere Kooperation zwischen den Behörden auf verwaltungspolitischer Ebene. Der Schüssel für eine nachhaltige Veränderung ist jedoch das intensivere Zusammenwirken von staatlichen und öffentlichen Einrichtungen untereinander und mit den Akteuren im Feld von Medienkompetenzvermittlung. So ist bisher Aufgabe und Förderung von Medienkompetenz je nach Schwerpunkt in der jeweiligen senatorischen Behörde verankert. Von einer verbesserten Kooperation zwischen den Ressorts – z. B. im Rahmen einer Steuerungsgruppe – erhoffen wir uns noch wirksamere Ergebnisse bis hin zur Umsetzung einer maßgeschneiderten Medienkompetenz-Strategie für das Land Bremen. Insbesondere in einem Land der kurzen Wege sollten wir mit gemeinsamer Stimme sprechen, um das Beste für die Bürgerinnen und Bürger des Landes zu erreichen!

Medienbildungspläne für alle Bildungsbereiche!

Um eine Medienkompetenzentwicklung in allen Bildungsbereichen zu ermöglichen, ist es erforderlich, das Thema als zentralen Bestandteil in die Aus-, Fort- und Weiterbildung zu integrieren und entsprechende Medienbildungspläne zu verabschieden. Dies bedarf der Unterstützung durch die Politik. Nur so kann die Relevanz des Themas vermittelt und durch Maßnahmen umgesetzt werden. Eine Reihe von Einrichtungen wird erst so den eigenen, konkreten Bedarf erkennen, Fachkräfte für Fortbildungen freistellen und mit den NetzwerkpartnerInnen zusammenarbeiten.

Navigationshilfe bei Fördermöglichkeiten!

Alle finanziellen Mittel des Bundes und der EU, die Bremen und Bremerhaven für die Vermittlung von Medienkompetenz zustehen, sollten auch konsequent abgerufen werden. Es ist bedauerlich, wenn einige dieser Projektmittel den Bürgerinnen und Bürgern nicht zugutekommen. Wir benötigen hierzu Transparenz und eine zentrale Anlaufstelle, die uns durch den „Förder-Dschungel“ navigiert und einen Überblick über alle Fördermöglichkeiten („Töpfe“) gibt. Gemeinsam sind wir stärker, wenn es darum geht, Förderanträge im Sinne der Bürgerinnen und Bürger zu verfassen und die Mittel in konkrete Medienkompetenzmaßnahmen in Bremen und Bremerhaven fließen zu lassen.

Planungssicherheit!

Um nachhaltig arbeiten zu können, benötigen die AkteurInnen im Medienkompetenznetzwerk auch Planungssicherheit. Zusagen über Fördermittel und Ressourcen erfolgen durch die senatorischen Behörden derzeit in der Regel nur befristet (halbes Jahr, Jahr) und müssen jeweils neu beantragt werden. Dies ist mit einem hohen Verwaltungsaufwand verbunden. So sind langfristige Strategien nicht umsetzbar und qualifizierte Fachkräfte nicht im Land zu halten. Das Netzwerk regt daher längere Förderperioden im Bereich Medienkompetenz an.

 

Das bieten wir:

Wir sind die Expertinnen und Experten für Medienkompetenz im Land Bremen. Wir bieten an, die genannten Punkte mit Ihnen gemeinsam zu besprechen und umzusetzen. Greifen Sie auf uns zurück, konsultieren Sie uns, lassen Sie uns gemeinsam einen Masterplan „Medienkompetenz im Land Bremen“ erarbeiten!

 

Ansprechpartner und Koordinierung des Netzwerkes:
Edina Medra medra@bremische-landesmedienanstalt.de 0421 – 33 494 22

Sprechergruppe ”Meko meets Politik”:
Daniel Tepe, Stadtbibliothek Bremen
Eiko Theermann, vomhörensehen
Frank Behrens, Mitglied des Medienrats der (bre(ma
Jens Werner, Kulturzentrum Schlachthof
Markus Gerstmann, ServiceBureau Jugendinformation

Stand: 29. April 2019