Medienevent Bremen

20. Netzwerktreffen am 20. August im Digital Impact Lab

An einem Montag vor drei Wochen um 16.30 Uhr hieß es wieder: Zusammenkommen, austauschen, netzwerken! Zum bereits 20. Mal kamen verschiedene Akteure aus dem Sozial-, Bildungs-, Kultur- und Medienbereich zusammen. Diesmal im Digital Impact Lab in Bremen-Gröpelingen. Das Lab versteht sich als Forum, in dem gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern des Stadtteils jeglichen Alters verschiedene Kunst-, Kultur- und Medienprojekte mit dem Ziel umgesetzt werden, die gesellschaftliche Teilhabe an Stadtentwicklungsmaßnahmen zu fördern – und zwar mit digitalen Mitteln.  Der digitale Wandel wird als Chance und Verstärker für Partizipation, Aktion und Kreativität gesehen. Genau der richtige Ort also, um zukunftsgerichtet über Medienkompetenz zu sprechen!

Bei diesem Treffen ging es für die Teilnehmenden sowohl darum, sich über ihre Medienkompetenzprojekte auszutauschen, als auch um das Erlangen eigener Kompetenz in einem ganz bestimmten Bereich – Stichwort: DSGVO. Die neue europäische Datenschutz-Grundverordnung sorgt seit ihrem Inkrafttreten am 25. Mai 2018 für große Verwirrung und Panik. Dabei soll sie die unübersichtliche Datenverarbeitung eigentlich transparenter machen:

Die DSGVO vereinheitlicht den Datenschutz in der EU. Staatenspezifische Regeln, die zuvor für 28 Mitgliedsstaaten unterschiedlich waren, werden durch eine DSGVO ersetzt. In 99 Artikeln wird die Verarbeitung, das heißt Erhebung, Speicherung, Veränderung bzw. Auswertung personenbezogener Daten (z.B. Name, Geschlecht, ethnische Herkunft, politische Meinung) im Netz geregelt. Ziel ist es, Verbrauchern und Verbraucherinnen mehr Rechte einzuräumen und vor allem Großkonzerne, wie Google, Facebook oder Amazon, stärker in die Pflicht zu nehmen. Klingt eigentlich sehr gut, denkt man daran, dass wir mittlerweile (nahezu) alle das World Wide Web mit unzähligen unserer Daten füttern, sei es in sozialen Netzwerken, beim Online-Shopping oder der Google-Suchmaschinensuche.

 

 

Trotzdem fühlen sich viele kleinere Unternehmen und Vereine überrumpelt und überfordert. Auch im MeKo-Netzwerk herrschte großer Gesprächsbedarf: An welcher Stelle betrifft die DSGVO die eigene Institution? Wie gehe ich mit Foto- und Videoaufnahmen von Veranstaltungen oder Projekten um (die Jugendliche/Kinder zeigen)? Worüber muss ich informieren und in welcher Form? Wie bespiele ich zukünftig die Facebook-Seite/Homepage unserer Institution?

Jenen und mehr Fragen wurde im Austausch und mithilfe der Expertise von Linda Mohammadi, Rechtsanwältin und Mitarbeiterin der Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit auf den Grund gegangen. Einige wichtige Schlüsse waren:

  1. Datenschutz ist Grundrecht und sollte daher sehr ernst genommen werden! Man kommt nicht drum herum, sich mit der DSGVO auseinanderzusetzen. Hilfreich ist, es als Chance zu sehen im eigenen Datenregister aufzuräumen. Orientierungshilfe für kleine Unternehmen und Vereine sind z.B. die Handreichungen des Bayerischen Landesamts für Datenschutzaufsicht: https://www.lda.bayern.de/de/datenschutz_eu.html
  2. Seiner Informationspflicht nachkommen! Wichtig ist, den eigenen Datenumgang transparent zu machen.
  3. Die Einwilligungserklärung ist immer erstes Mittel! Wenn es um Foto- oder Videoaufnahmen geht, sollte man sich mit einer schriftlichen Einwilligung absichern – besonders wenn es um Kinder/Jugendliche geht. Es kann natürlich Ausnahmen geben, die im Einzelfall zu prüfen sind.
  4. Widerrufs-/Löschungsaufforderungen seitens der VerbraucherInnen ernst nehmen! Die Rechte der Betroffenen auf Löschung und Widerruf bleiben immer bestehen und können nicht verwirkt werden; Einwilligungen können jederzeit widerrufen werden.
  5. Keine Panik! Die Wahrscheinlichkeit als kleines Unternehmen/Verein/Einzelperson wegen Rechtsverstoß in die Mangel genommen zu werden ist sehr gering. Bevor es zu einer Sanktion kommt, gibt es immer die Möglichkeit der Stellungnahme und des Dialogs. Jeder Fall wird einzeln geprüft und abgewägt.
  6. Keine Panik vor horrenden Bußgeldern („bis zu 20. Mio. €“)! Bußgelder werden verhältnismäßig verhängt. Es ist nicht Ziel der DSGVO Unternehmen bankrott zu machen.

Die (bre(ma bedankt sich bei allen Teilnehmenden für den fruchtbaren Austausch und den tollen Gastgebern des Digital Impact Lab! Wir freuen uns auf das nächste MeKo-Netzwerktreffen.

 

Autorin: Helena