Trends/Phänomene

Real oder #Fake? – Unser Workshop-Marathon in der Stadtbibliothek Bremerhaven

Während der Projektwoche der Paula-Modersohn-Schule in Kooperation mit der Stadtbibliothek Bremerhaven und der (bre(ma dreht sich 6 Tage lang alles um Medien- und Informationskompetenz. Rund 270 Schülerinnen und Schüler nehmen, je nach Alter, in der Stadtbibliothek Bremerhaven entweder an einer QR-Code-Rallye teil, in der spielerisch die Gewinnung von Informationen aus Büchern und dem Netz vertieft wird, oder besuchen den Peer-to-Peer-Workshop #fake, entwickelt von Maren Schwartz und Tamira Mühlhausen in einem Seminar in Zusammenarbeit mit der (bre(ma an der Uni Bremen. Die Stadtbibliothek plant auch über die 6 Tage hinaus gemeinsam mit der (bre(ma zum Thema „Fake“ aktiv zu sein.

Doch zunächst zum Workshop:

Nach einer lockeren Vorstellungsrunde gibt es knackigen Input zum Thema Fake News im Netz, denn darum wird es in den nächsten 1,5 Stunden gehen. Maren erklärt was man sich unter dem Begriff eigentlich vorstellen kann. Danach sind gleich die Schülerinnen und Schüler gefragt. In einem Fake News-Quiz müssen sie entscheiden: Sind die gezeigten Fotos, Videos und Meldungen real oder #fake?

Und jetzt wird es witzig: Donald Trump betrügt Melania mit einem syrischen Geflüchteten? Angela Merkel im Knast? Natürlich fake! Die Jugendlichen denken sich selber Fake News aus, um hinter das Prinzip der „Alternativen Fakten“ zu steigen. Wie sind solche vermeintlichen Nachrichten aufgebaut? Was tun die Verfasserinnen und Verfasser, um möglichst glaubwürdig zu klingen und wie kann ich diese Formulierungen entlarven? Der Workshop klärt genau diese Fragen im Austausch und auf Augenhöhe mit den Jugendlichen.

 

Und wie erkenne ich nun Fake News?

Fake News bedeutet zunächst einmal einfach „falsche Nachrichten“. Jene können durch schlechte Recherche seitens der Journalistinnen und Journalisten oder bloße Irrtümer entstehen, was relativ unproblematisch ist, wenn falsche Aussagen schnell korrigiert und richtig gestellt werden. Äußerst bedenklich wird es, sobald Nachrichten absichtlich unwahr formuliert sind. Diese Art von Fake News ist sicherlich jedem/r von uns schon mal im Internet begegnet. In diesen vermeintlichen Nachrichten werden Fakten häufig verdreht und Vorfälle in neue Zusammenhänge eingebettet, nicht selten mit dem Ziel die Öffentlichkeit zu manipulieren, z.B. alle Lesenden von einer bestimmten (politischen) Meinung zu überzeugen. Oft ist es schwierig diese gefälschten Nachrichten zu erkennen, weil sie gut getarnt zum Beispiel als Zeitungsartikel daher kommen.

Wichtig ist, sich immer folgende Fragen zu stellen:

  1. AutorInnencheck: Wer schreibt da eigentlich? In welchem Medium/welcher Zeitung/auf welcher Internetseite ist der Artikel erschienen? Wem gehört das Medium? Wie positioniert es sich (politisch)?
  2. Faktencheck: Schreiben andere Medien das gleiche? Berichten auch anerkannte/“große“ Medien darüber?
  3. Quellencheck: Ist überhaupt eine Quelle angegeben? Wenn ja, ist sie verlinkt und lässt sich überprüfen? Ist sie glaubwürdig?
  4. Bildercheck: Falls es ein Foto gibt: Woher kommt es? Mit der Google-Bilderrückwärtssuche oder ImageRaider kann der Bildursprung zurückverfolgt werden. Entspringt das Foto vielleicht einem ganz anderen Zusammenhang?

Zur Beantwortung aller Fragen bedarf es lediglich einfacher Suchmaschinen-Skills. Schnell mal den Namen des Autoren oder der Autorin in die Suchleiste des Browsers eingeben, schauen ob es eine Quelle gibt und jene nachschlagen dauert keine fünf Minuten und gibt häufig schon Aufschluss über die Echtheit sowie die mögliche Absicht der Nachricht!

Am Ende des Workshops sagt eine 15-jährige Schülerin: „Das Thema ist so wichtig, weil durch Fake News viele Menschen falsche Sachen glauben und dadurch auch viel Hass aufkommen kann.“ Ja, auch das ist so problematisch an falschen Fakten: Sie können Missgunst schüren und die Gesellschaft spalten. Besonders rechtspopulistische Akteure machen sich gern verdrehte Fakten zunutze, um sich ihre eigene Wirklichkeit zu stricken und Hass gegen bestimmte Gruppen in der Gesellschaft zu befeuern.

Es ist unerlässlich, dass wir alles, was uns online begegnet hinterfragen, reflektieren und nicht müde werden, kritisch zu sein!

Autorin/Fotografin: Helena Kierst