Außerschulische Bildung

Bildung ist ein lebenslanger Prozess, der in vielen Zusammenhängen stattfindet. Gerade im außerschulischen Bereich wie z.B. in Kinder- und Jugendeinrichtungen, Sportvereinen, Kultureinrichtungen und Jugendverbänden erlernen Kinder und Jugendliche soziale sowie kulturelle Kompetenzen. Aber auch für Erwachsene gibt es ein vielseitiges Angebot an Bildungsmöglichkeiten. Was das Land Bremen zum Thema Medienbildung im außerschulischen Bereich bewegt, erfahren Sie hier.

Herzlich Willkommen im Wahrheitsministerium! – Der Fachtag am 31.05.2018

„Grüße aus dem Wahrheitsministerium“ So lautete der Titel des Fachtags am 31. Mai rund um die Themen Umgang mit Hass, Verschwörungstheorien und Falschmeldungen im Netz. Veranstaltet wurde dieser Fachtag vom ServiceBureau Jugendinformation, sowie dem Lidice Haus und der Bremischen Landesmedienanstalt. Zu Beginn begrüßte Markus Gerstmann vom ServiceBureau Jugendinformation die zahlreich anwesenden Gäste und stellte das Programm vor.

Nach der Begrüßung wurde das Fachpublikum aus SozialpädagogInnen und Akteuren aus der Jugendarbeit mit zwei Impulsvorträgen an die Themen herangeführt. So stellte Dr. Anna Grebe, Medienwissenschaftlerin, Medienpraktikerin und Referentin für Jugendpolitik, in ihrem Vortrag „Fake News, Echokammern, Social Bots. Politische Meinungsbilder im Netz“ die politische Meinungsbildung im heutigen postfaktischen Zeitalter vor, in welcher die Akteure weniger auf Fakten als auf Impulsnachrichten setzen, dessen Wahrheitsgehalt weniger gesichert ist. Kurz thematisiert wurden hierbei Algorithmen, Echokammern, als auch die digitalen Präsentationen von Nachrichten und deren Ausrichtung der Berichterstattung.

Im Anschluss folgte ein weiterer Vortrag von Dr. Jan-Hinrik-Schmidt, wissenschaftlicher Referent für digitale interaktive Medien und politische Kommunikation am Hans-Bredow-Institut für Medienforschung in Hamburg, mit dem Titel „Zwischen Partizipationsversprechen und Algorithmenmacht: Wie soziale Medien Meinungsbildung und Orientierung der Welt prägen“. Hauptthemen waren hierbei ebenfalls wieder die Algorithmen, Filterblasen und Echokammern.  Besprochen wurde auch die Frage, inwiefern Social Media bzw. dessen Angebot des personalisierten Feeds unsere freie Meinungsbildung negativ beeinflusst oder durch sogenannte Filterblasen und durch die Entstehung von Echokammern gar verhindert.

Hiernach startete die Praxis-Phase, in der man zwischen vier Workshops wählen konnte, welche sich über die Themen Hassrede, geschlechterreflektierende Perspektiven im Rechtsextremismus, Hass im Netz, als auch über Fake News erstreckten.

Mit dabei war die Bremische Landesmedienanstalt mit einem Peer-to-Peer Workshop zum Thema #Fake – Falschmeldungen und Selbstinszenierung  vertreten. Die beiden Referentinnen haben mit interessantem Input und praktischen Übungen ihren Ansatz zum Umgang mit Falschmeldungen erläutert und gaben Anregungen zum selbstreflektiven Medienumgang in der Jugendarbeit.

Im letzten Vortrag mit dem Titel „Die Psychologie hinter Hate Speech – Ursachen, Funktionen, Gegenstrategien“ zeigte Dipl.-Psych. Dorothee Scholz, Psychologische Psychotherapeutin für Verhaltenstherapie, den Gästen die psychischen Faktoren zur Entstehung von Hate Speech und sog. Internet-Trolle. Thematisiert wurde unter anderem, was die psychologischen Gründe für einen Menschen sind, ein Troll zu werden, als auch Hate Speech zu betreiben und wie man darauf reagieren sollte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dies ein sehr interessanter und gelungener Fachtag war. Insbesondere die Diskussionen, welche sowohl bei den Impulsvorträgen  als auch bei den Workshops entstanden sind, waren lebhaft und anregend. Das durchweg positive Feedback, deutet auf Aktualität des Themas hin und die Notwenigkeit passende methodische und medienpädagogische Ansätze in der Jugendarbeit zu finden.

Weitere Informationen über den Fachtag finden sie unter www.mysoz.de/wahrheit   

Autor und Fotograf: Patrick Falkner