Frühkindliche Bildung

Bei der frühkindlichen Bildung geht es um die Förderung der geistigen, kulturellen, moralischen und körperlichen Entwicklung von Kindern ab der Geburt bis ins Vorschulalter. Frühkindliche Bildung findet in unterschiedlichen institutionellen Formen statt, wie z.B. in Kinderkrippen, Kindergärten, Vorschulen, etc. Früh übt sich, wer ein Meister werden will. Darum ist das Thema Medienkompetenz auch schon bei den ganz Kleinen von Bedeutung.

Die vielseitigen Anwendungsbereiche des Tablets auf einem Blick

Erfahrungsbericht zu dem Projekt „Medien-Kids“ aus dem Elternverein Kauderwelsch

Wissenswertes über den Verein

Wir, die Kindergruppe Kauderwelsch e.V., sind ein zweisprachiger (Englisch, Deutsch) Elternverein mit zwei Gruppen, einer Kindergarten Gruppe mit 16 Kindern und einer Kleinkindgruppe mit acht Kindern. Neben der Zweisprachigkeit sind wir durch die Reggio Pädagogik inspiriert. Unser Team besteht aus zehn Personen von denen drei an dem Projekt teilgenommen haben. Im Prozess wurde allerdings das ganze Team mit einbezogen.

Wir sind nicht alle auf dem neuesten Stand der Technik und wollten uns der unvermeidlichen Welt der Medien öffnen, um gemeinsam mit den Kindern zu entdecken, was wir damit machen können und wie wir damit umgehen wollen.

Projektstart

Wir haben durch die Idee unseres FSJlers mit der „Kalender-App“ das Tablet vorgestellt.

Wir haben hinter jeder Zahl unseres Winterkalenders im Dezember eine Aktivität, die für den jeweiligen Tag geplant war, bildlich dargestellt.

Das ging so:

z.B. Die Nummer 1 suchen, anklicken und anhand des Bildes raten, was wir machen. (Bild von Backzutaten = Kekse backen)

Jedes Kind durfte an einem Tag ein „Türchen“ öffnen. Dabei haben wir auch Fragen zum Umgang und Erfahrungen mit dem Tablet besprochen. Das war ein Anfang.

Neben dem Kalender war die Nachfrage der Kinder, mit dem Tablet zu arbeiten, anfangs nicht besonders groß und wir waren auch noch unsicher, inwieweit wir es frei zur Verfügung stellen können oder wollen. Daher war es zu Beginn nicht besonders präsent.

Verschiedene Anwendungen für das Tablet

Im Laufe der Zeit haben wir dann aber doch Verschiedenes ausprobiert:

  • Foto-Memory. Das konnten die Kinder gut selber machen und wir haben das Memory auch ausgedruckt und laminiert.
  • Book Creator. Selbstgemalte Bilder abfotografiert und Texte dazu geschrieben (witzig ist, sie sich mit verschiedenen Akzenten vorlesen zu lassen).
  • Filmen des Alltags, auch in Slow Motion oder Zeitraffer.
  • Filmbeitrag für die Eltern zu den neu aufgestellten Regeln über das Mitbringen von Spielzeug.
  • Puppet-Pals. Mit Fotos von den Kindern und Kuscheltieren kleine Geschichten aufgenommen.
  • Kinderlieder angehört und mitgesungen.
  • Malprogramm ausprobiert. Das kann man zwischendurch mal sehr gut machen.
  • Green Screen ausprobiert. Das hat nicht gleich funktioniert und wir haben uns nicht weiter damit beschäftigt.
  • iMotion Filme gedreht und Stop-Motion-Technik angewandt. (Dabei ist der Film entstanden, mit dem wir ein Ausschreiben gewonnen haben)
  • Mit Mia und Susanne haben wir gruppenübergreifend (U3 – Ü3) ein Hörspiel gemacht und viel Spaß dabei gehabt. Dabei haben die Kinder und wir viel gelernt.
  • Büchervorstellungen der Kinder für das Bücherkita-Projekt gefilmt. (Hierfür haben wir ein Dankesbrief der Senatorischen Behörde bekommen)
  • Die Kinder haben unseren Alltag und Produkte mit der Kamera dokumentiert.

Einbeziehung der Eltern

Mit den Eltern haben wir an Elternabenden über das Thema „Medien mit Kindern“ gesprochen.

Bei Festen und auch bei Elternabenden haben wir die Ergebnisse der Kinder in beiden Gruppen gezeigt. Die Eltern haben sich sehr über diese Beiträge und diesen Einblick gefreut. Auf der anderen Seite stehen sie dem Einsatz solcher Medien, wie dem Tablet, zum Teil auch skeptisch gegenüber. Hierbei ist es ihnen wichtig, dass der Einsatz dieser Geräte eine Ergänzung darstellt und nicht Mittelpunkt der allgemeinen Angebotsentwicklung werden sollte.

Der Eltern-Kind-Nachmittag mit Mia war sehr informativ. Wir haben nochmal alle Ergebnisse gemeinsam auf großer Leinwand angesehen und viel gelacht. Die Eltern hätten sich aber auch über mehr Informationsmaterial, wie Flyer, und mehr Raum für Fragen und Antworten gefreut.

Der Zeitraum war von uns leider zu früh angesetzt und so konnten leider nicht alle interessierten Eltern teilnehmen.

Aktuelles Projekt: Filmdreh

Im Austausch mit dem Team haben wir über die Themen der Kinder gesprochen und was sie gerade beschäftigt. Und tatsächlich spielen die Superheld*innen aus Film und Fernsehen eine große Rolle im Spiel der Kinder. Das nahmen wir zum Anlass, um mit den Kindern über ihre Held*innen zu sprechen. Was sie ausmacht, was ihre Stärken sind, was das Böse überhaupt ist und auch, was es für Regeln im Kampf gibt. Und was könnte da besser passen, als seinen eigenen Superhelden Film zu drehen?

Also entwarfen wir mit den Kindern eigene Charaktere mit Kostümen und Masken.

Nebenbei wurde die Geschichte „Die Superheldenbande und der Museumseinbruch“ geschrieben. Es wurde ein Filmplakat entworfen und Requisiten hergestellt. Der Schatz darf ja schließlich nicht fehlen. Die ersten Szenen sind bereits abgedreht und die Kleinkindgruppe wird den Film mit Musik unterlegen.

Fazit

Wir haben ein wenig gebraucht, um in das Medienprojekt eintauchen zu können. Einerseits aufgrund einer gewissen Medienscheu in unserem Team, andererseits die Unerfahrenheit im Umgang mit Apple-Produkten. Dennoch ist die Nutzung des Tablets und seiner Apps leicht verständlich und gut zu handhaben. Wir wollten für dieses Thema offen sein, da es zum Alltag vieler Familien gehört und Medien auf diese Weise auch den Alltag und die Themen in unserem Haus mitgestalten.

Die Nutzung war mit den Über-drei-Jährigen einfacher und verständlicher. In der U3-Gruppe führte die Präsenz des Tablets schnell zu Verunsicherung und Stille.

Uns Fachkräften war auch die Vermittlung eines sorgsamen Umgangs mit dem Gerät und den verfügbaren Inhalten wichtig. Die Nutzung sollte bedacht und niemals zum Fundament der pädagogischen Arbeit werden. Als Ergänzung hat das IPad allerdings seinen festen Platz bei Kauderwelsch gefunden und eröffnet uns völlig neue Möglichkeiten, die wir nutzen und weiterhin nutzen werden.

Wir freuen uns, Teil dieses Projekts sein zu können!

Autorin: Christina Dietrich