Computerspiele

Mediacoach-Fortbildung zum Thema Computerspiele

Computerspiele sind nicht nur bei Jugendlichen, sondern auch bei Erwachsenen, auch bei Lehrkräften, eine angesagte Freizeitbeschäftigung. Die Bandbreite der Spiele reicht hierbei von „Battlefield“, über „League of Legends“ bis zu „FIFA“.

Egal ob jung oder alt, Schüler oder Lehrer, alle spielen gerne Computerspiele, aber was ist denn überhaupt das Problem am Zocken und wie könnte man digitale Spiele sinnvoll im Schulalltag thematisieren? Antworten auf diese Fragen gab es auch im Rahmen der einjährigen Mediacoach-Fortbildung des Zentrums für Medien (Landesinstitut für Schule Bremen). Am 22.11.2017 haben  Lehrkräfte aus Bremen von der Bremischen Landesmedienanstalt ein Einblick in die, „Faszination von Computerspielen-Ego Shooter bis E-Sports“ bekommen.

Zur Einführung in das weite Feld der Spielewelten wurden in einer lockeren Atmosphäre einige der beliebtesten Spiele unter den Bremer Lehrenden, sowie unter Jugendlichen erfasst. Laut aktueller JIM Studie sind die Top 3 Spiele von 12 bis 19- Jährigen: „Minecraft“, „FIFA“, und „Grand Theft Auto V“, die anhand kurzer Spielausschnitte erklärt wurden.

Neben positiven Aspekten gibt es bei Online-Spielen aber auch Schattenseiten. Experten der (bre(ma klärten über die problematischen Inhalte vieler Spiele auf, während Lehrkräfte aufmerksam zu hörten. Spiele, die Inhalte wie Drogenmissbrauch, sexualisierte Darstellungen bzw. Sprache und Gewalt enthalten, können auf Jugendliche eine desorientierende Wirkung haben. Neben den Inhalten stellt auch das Nutzungsverhalten vieler Spieler eine große Sorge dar. Die erhöhte Nutzungsfrequenz, das Mobile Gaming, die hohen Ausgaben sowie Datenschutzbedenken zählen zu den häufigsten Problemen beim Nutzungsverhalten. Zudem könnte die hohe Nutzungsfrequenz, schnell zur Sucht führen. Zu den erwähnten Problemen wurden aber auch schnell erste Lösungen erarbeitet. Bei dem Verdacht einer exzessiven Nutzung bzw. Sucht nach Computerspielen sollte man sich auch als Lehrkraft schnellstmöglich professionelle Hilfe holen.

Medienpädagogin Edina Medra (2 v. r.) zeigt wie es geht.

Schließlich konnten alle aufkommenden Fragen, auch von den Lehrkräften, noch einmal mit der „Gamerin“ Svenja diskutiert werden. Auch wenn Svenja kaum wie eine „Gamerin“ aussieht, ist sie seit vielen Jahren aktive Spielerin (sog. Coregamer) diverser Computerspiele. Sie sei in ihrer Jugend auch von  den dargestellten Problemen betroffen gewesen und kennt die Sorgen der Eltern und Lehrern aus eigener Erfahrung. Svenja gab aufschlussreiche Einblicke in Counterstrike, League of Legends, World of Warcraft und Grand Theft Auto und bestärkte auch das Bestreben der Lehrer dieses Thema im Unterricht aufzugreifen. Erstaunlich fanden die Lehrkräfte, wie riesig die Computerspielindustrie geworden ist: inzwischen  vergleichbar mit der Filmindustrie. Turniere mit sehr hohen Preisgeldern, die ganze Stadien mit tausenden von Menschen füllt, um Personen beim Spielen zuzusehen werden heutzutage organisiert. Interessant waren auch die Tipps, die Svenja Lehrern und Eltern an die Hand gab. Als Eltern solle man sich anschauen, was das Kind spielt, und erklären lassen, warum er/sie z.B. nicht sofort das Spiel abbrechen und zum Essen kommen kann. Wie einer der Lehrkräfte auch meinte: „Beim Fußballspielen werden Kinder auch nicht mitten im Spiel unterbrochen und zum Abendessen gerufen. Bei Computerspielen sollte man das Kind auch nicht dazu bringen, mittendrin das Spiel zu verlassen“. Die vielseitigen Einblicke in Spiele und hilfreichen Tipps von Svenja wurden von den Lehrkräften mit Begeisterung aufgenommen.

Nun kam der spaßige Teil und die Challenge der Fortbildung für die Lehrkräfte: Unterrichtseinheiten zu dem Thema „Computerspiele“ selber prüfen. Um die Lehrkräfte nicht nur mit einem hohen Input an Wissen über Computerspiele nach Hause zu schicken, sondern ihnen auch ein praktisches Beispiel für den Schulalltag zu vermitteln, wurde viele Konzepte zur Einbindung von Computerspielen in den Unterricht vorgestellt. Diese wurden anschließend von den Lehrern in Kleingruppen kritisch auf Alltagstauglichkeit geprüft.

Bremer Schüler können sich also freuen: in der nahen Zukunft werden Schulinhalte spielerisch erarbeitet und ihre Spielerskills werden auch in der Schule nützlich sein!