Frühkindliche Bildung

Bei der frühkindlichen Bildung geht es um die Förderung der geistigen, kulturellen, moralischen und körperlichen Entwicklung von Kindern ab der Geburt bis ins Vorschulalter. Frühkindliche Bildung findet in unterschiedlichen institutionellen Formen statt, wie z.B. in Kinderkrippen, Kindergärten, Vorschulen, etc. Früh übt sich, wer ein Meister werden will. Darum ist das Thema Medienkompetenz auch schon bei den ganz Kleinen von Bedeutung.

Fachtag „Medien in der Familie“ – Reger Austausch unter Fachkräften

Die vielseitigen Möglichkeiten des heutigen Medienangebots stellen Eltern in ihrem Familienalltag immer wieder vor neue Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, dass es Fachkräfte gibt, die Eltern bei medienpädagogischen Fragen zur Seite stehen. Der Fachtag „Medien in der Familie“ am Donnerstag, den 09. November 2017, richtete sich eben an solche Fachkräfte. 25 TeilnehmerInnen kamen in der Jugendbildungsstätte LidiceHaus in einen regen Austausch über das methodische Vorgehen bei der Arbeit mit Eltern. Veranstalter war dabei das ServiceBureau Jugendinformation. Der Fachtag fand in Kooperation mit der Bremischen Landesmedienanstalt, sowie der Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport statt.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Markus Gerstmann (ServiceBureau Jugendinformation) und Edina Medra ((bre(ma) übernimmt Diplom-Pädagogin Sabine Eder (Blickwechsel e.V. -Verein für Medien- und Kulturpädagogik) das Wort und gestaltet den Rest des Tages mit hilfreichen Tipps und Anregungen für die Arbeit mit Eltern.

Sabine Eder (Blickwechsel e.V.)

Die Faszination für das breite Medienangebot geht auch an den Kleinsten nicht vorbei. Hieran schließen auch viele kritische Reaktionen und Ängste an. Konzentrationsschwierigkeiten – Sprachverfall – Isolation – alles große Begriffe, die in der Debatte, um die Mediennutzung innerhalb der Familie gerne benutzt werden. Aber wie sieht denn nun eine gute Medienerziehung aus? Wie können die Eltern ein Vorbild sein? Besonders das Leitmedium Smartphone sorgt in der familiären Struktur häufig für Unstimmigkeiten. Aber sind es immer die Kinder, die das praktische Allroundtalent Smartphone zu viel benutzen oder sind es vielleicht auch die Eltern, die als schlechtes Vorbild vorangehen? Die zahlreichen Möglichkeiten, die die Medien in der heutigen Zeit bieten, sorgen dafür, dass Kinder sich nicht mehr langweilen wollen. So haben Fotoalben nicht mehr denselben Wert wie vor einigen Jahren, da man nun mit ein paar einfachen Klicks Bilderalben digital erstellen kann. Und auch das Thema Datenschutz muss reflektiert betrachtet werden: Wer hat alles Zugriff auf die Daten einer Familie? Schon Kinderspielzeuge sind heutzutage vernetzt und so wird es großen Unternehmen leicht gemacht über die Kinder Daten abzugreifen. Aber auch Eltern sammeln zum Teil Daten von ihren Kindern. Sogenannte „Wearables“, smarte Alltagsgegenstände, ermöglichen es Eltern zum Beispiel in Form einer Smartwatch für Kinder, diese immer genau zu orten und sie bei Bedarf sogar abzuhören.

Eine Übersicht über Studien zum Thema Mediennutzung finden Sie unter http://www.blickwechsel.org/medienpaedagogik/surftipps/mediennutzung-infos-studien.

Das Thema Medienerziehung ist in heutiger Zeit also nicht mehr wegzudenken. An dieser Stelle greifen häufig Fachkräfte ein, die im Rahmen von Elternabenden, Einzelgesprächen oder Gesprächskreisen versuchen, den Eltern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Um die Vermittlung von medienpädagogischen Inhalten zu erleichtern, gibt es eine ganze Reihe an Methoden, die Fachkräfte anwenden können. So kann „Medien-Bingo“ dazu eingesetzt werden, eine Gruppe von Leuten zum Aufstehen zu mobilisieren und sie gleich miteinander ins Gespräch kommen zu lassen. Bilder, Karikaturen und Videos können als Impulse zum Einstieg in Diskussionen gezeigt werden. Auch ein kleiner Film kann Diskussionsstoff liefern, der in Kleingruppen ausgetragen werden kann. Plakate mit anschaulichen Fakten drauf, können die Selbstreflexion des Einzelnen ankurbeln.

Methoden werden ausprobiert

Am Nachmittag des Fachtags bekam die Gruppe von MultiplikatorenInnen die Möglichkeit, selbst einige Methoden auszuprobieren und sich gegenseitig vorzustellen. Die TeilnehmerInnen spielten einmal selbst das Prüforgan FSK und fachsimpelten ab welchem Alter ein Film freigegeben werden sollte. Hier wurde auch ein besonderer Fokus darauf gelegt wie Medien auf Kinder wirken. Es wurde versucht sich in die Denkweise eines Kindes hineinzuversetzen. Weitere Methoden, wie der Elterntalk, der Handy-Koffer, die HeldInnenleine, das Medienquiz oder der App Parkour regten jeweils mit kleinen Impulsen eine Diskussion an. Weitere Informationen zu Praxis-Methoden finden Sie unter http://www.blickwechsel.org/medienpaedagogik/praxis-methoden.

Die Verantwortung für eine gute Medienerziehung liegt zum Großteil bei den Eltern selbst. Es ist wichtig, die Medienkompetenz der Kinder und Jugendlichen zu stärken. Hierfür gibt es laut Sabine Eder allerdings kein pauschales Rezept. Wichtig für die Arbeit der Fachkräfte, sei der ständige Austausch mit den Eltern. Sie müssen lernen, wie Medien auf ihre Kinder wirken. Es sollte eine aktive und produktive Auseinandersetzung mit der Mediennutzung des eigenen Kindes stattfinden.

Autorin: Melanie Hüllen